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Twitter für Unternehmen


Twitter für Unternehmen
17 Jul 2014

Twitter hat zwar in Deutschland bei weitem nicht die Popularität wie in anderen Ländern, wie z.B. den USA, trotzdem ist Twitter auch in Deutschland verbreitet genug, um sich auch als Unternehmen bei Twitter zu engagieren.

Twitter hat sich bereits in der Realwirtschaft breit gemacht. Politiker twittern ihre Rücktritte, Stars twittern was sie gerade tun und Großunternehmen twittern was es für neue Produkte am Markt gibt. Die, die es richtig verstanden haben machen sogar Kunden-Support über Twitter – JA! Das funktioniert – und sogar gut!

Doch was ist eigentlich der Grund dafür, 140 Zeichen an Menschen zu schicken, die man nicht mal kennt.

Die Frage ist leicht beantwortet.

Man kann anderen Menschen Informationen zukommen lassen ohne sie zu kennen:

  • Es geht schnell
  • Es ist einfach
  • Die Reichweite ist groß
  • Man kann anonym bleiben
  • Es kostet keinen Cent außer die Zeit, die man dafür verwendet

Wie jedoch nutzt man den Micro-Blogging Dienst als Unternehmen effektiv?

Dazu muss man sich folgende Fragen stellen:

  1. Wie viel Zeit verbringe ich damit Tweets zu lesen?
  2. Wie viele Meldungen pro Tag setze ich ab, und wann?
  3. Welche Themen passen zu mir?
  4. Brauche ich mehrere Accounts? Und wenn ja, wie viele und wofür?
  5. Wie komme ich schnell und effektiv zu vielen Followern?
  6. Wie erhalte ich Empfehlungen?
  7. Wie bringe ich meine Follower dazu meine Tweets tatsächlich zu lesen?
  8. Verkaufen über Twitter, geht das überhaupt?
  9. Welche Tools brauche ich dafür?

Natürlich sind die Antworten nicht zu pauschalisieren. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ein Leitfaden bietet jedoch Orientierungshilfe.

Es gibt ein Wort das über allen Antworten schweben muss:

VERTRAUEN!

Antworten:

Zu 1. Wie viel Zeit verbringe ich damit Tweets zu lesen?

Hierzu kann man grundsätzlich verschiedene Nutzungsszenarien unterscheiden.

1. Punktuelle Nutzung von Twitter als Quelle zur Informationsgewinnung für die Recherche zu bestimmten Themen.

Z.B. die Nutzung von https://twitter.com/search-home: Hier sucht man nach bestimmten Suchbegriffen, exakt wie bei der Recherche mithilfe einer Suchmaschine. Nur, dass die Ergebnisse a) ausschließlich Tweets enthalten und b) die Trefferreihenfolge sehr stark von der Aktualität geprägt ist.

2. Kontinuierliche Nutzung von Twitter zur (Kunden-)Kommunikation

Auch wenn es sehr verlockend ist, einfach nur seine Werbebotschaft über Twitter zu verbreiten, so wird sich der Kreis der „Follower“ nicht sehr entwickeln, da Twitter durchaus von den Konsumenten als Dialog-Plattform wahrgenommen und genutzt wird.

Für ein Unternehmen ist es nicht nur wichtig seine (Werbe-)Botschaften zu verbreiten, sondern mindestens genauso wichtig ist es, möglichst zeitnah zu beobachten was die Welt – in diesem Fall hier die Twitter-Welt – über einen und seine Produkte und Dienstleistungen „spricht“.

Wie viel Zeit dafür aufgewendet werden muss? Je nachdem wie viel / wie oft das eigene Unternehmen erwähnt wird, kann dies zwischen wenigen Minuten pro Tag und einem, oder sogar mehreren, Full-Time-Jobs liegen, denn es reicht ja nicht nur zu wissen, was über einen getwittert wird, sondern man muss auch in angemessener Zeit reagieren können. Insbesondere wenn die Stimmung negativ ist…

Zu 2. Wie viele Meldungen pro Tag setze ich ab, und wann?

Wie viel man als Unternehmen twittern sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Dies ist in erster Linie von der Zielgruppe abhängig.

Initiativ-Tweets, also Tweets, die nicht als Antwort auf andere Tweets oder als Reaktion auf aktuelle Ereignisse fungieren, sollte man planen. Um den optimalen Zeitpunkt für Tweets zu ermitteln gibt es …. (followerwonk??) Dabei dürfen Tweets durchaus zu verschiedenen Zeiten wiederholt getwittert werden. Hierfür wichtig: nicht übertreiben. Bei der Neuankündigung eines Produktes kann man diese beispielsweise durchauch mehrfach über die erste Woche verteilt twittern, um verschiedene Zielgruppen, die Twitter zu unterschiedlichen Zeiten nutzen, zu erreichen – Journalisten werden sicherlich eher tagsüber Twitter verfolgen, während der Endverbraucher wohl eher in den Abendstunden zu erreichen ist. Es lohnt sich auch letztere etwas besser zu verifizieren.

Tweets als Antwort auf andere Tweets sollten so schnell wie möglich getwittert werden. Twitter ist ja vor allem auch ein „Real-Time“-Medium.

 

Links ein positives Beispiel von @DELLhilft – aktuelle Informationen um die Sicherheit der Kunden (hier im Screenshot vom 13.06.2014) Informationen über Sicherheitsupdates von Google Chrome, Firefox 30 und über den Patch-Day von Microsoft (den der Support von Microsoft siehe unten bzw. rechts nicht erwähnenswert findet.

Rechts ein Negativ-Beispiel: @MicrosoftHilft (nicht) – Lieblos gestalteter Header und Icon – und die „Bio“ wurde auch schon länger nicht mehr aktualisiert: Keine Erwähnung von Windows 8(.1), IE11 und Office 2013. Dazu seit fast 3 Monaten keine eigenen Tweets mehr und die letzten Tweets sind sehr lieblos (immer der gleiche Text nur mit einem anderen Link versehen) an wenigen Tagen, jeweils enBloc „rausgeblasen“ worden. Zwar ist der Account durchaus aktiv und hilft aber der erste Eindruck ist abschreckend.

Zu 3. Welche Themen passen zu mir?

 

Welche Themen zu Ihnen, Ihrer Firma oder Ihrem Blog passen, dass gehört zu den individuellen Entscheidungen.

Wie bereits erwähnt sind Produktneuheiten sicherlich ein gutes Thema. Vorraussetzung ist dabei, dass es regelmäßig Produktneuheiten gibt.  Andere Themen sind sicherlich auch alles was an aktuellen Ereignissen (Umwelt, Wetter, Politik – Vorsicht, hier aber nicht „politisieren“) entweder das Unternehmen direkt oder aber die Kunden in Verbindung mit den Produkten des Unternehmens betrifft.

Eines allerdings kann man dazu sagen: Pro Themenbereich ist ein Account sinnvoll, bzw. pro (klar abgrenzbarer) Zielgruppe ein Account. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man eine möglichst genaue Zielgruppenansprache wählt. Eine zu starke Aufsplitterung ist sicherlich genau so wenig sinnvoll, wie ein Account, der versucht alles abzudecken und damit den für eine Zielgruppe interessanten Anteil der Tweets zu gering ausfallen lässt.

Rechts: Auch der Deutsche Bank Service (@DeuBaService) twittert informativ und unaufdringlich. Und geht auch in den .

Zu 4. Brauche ich mehrere Accounts? Und wenn ja, wieviele und wofür?

Wie ja bereits erwähnt, sollte man einen Account pro Themenbereich anlegen und aktiv betreiben.

Der Grund: Die Leserschaft, die Sie ansprechen wollen, folgt Ihnen weil Sie zu diesem Thema ein gewisse Kompetenz mitbringen. Denken Sie auch hier an das Zauberwort TRUST….

Wenn Sie beispielsweise ein Sportartikel-Hersteller sind, der auch Schuhe anbietet, wäre es sinnvoll einen Jogging-Blog, einen Bergsteigen-Blog und einen Fußball-Blog zu betreiben, der sich um Fußbekleidung dreht. Der jeweilige Twitteraccount sollte natürlich dann den jeweiligen Kundenkreis bedienen.

Zu 5. Wie komme ich schnell und effektiv zu vielen Followern?

Erste Methode: (Prinzip Hoffnung)

Sie twittern und hoffen, dass sich jemand für Ihre Tweets interessiert.

Setzen Sie Schlagworte in Ihre Tweets inkl. #hashtag. So werden Ihre Tweets besser sichtbar und leichter gefunden.

Das ist die langwierigste Methode, diese baut aber einen treuen und definitiv interessierten Leserkreis auf – ob sie aber damit allein jemals eine signifikant große Followerschaft aufbauen können, ist nicht garantiert.

Zweite Methode: (Prinzip Brute Force)

Sie machen die ersten 20 Tweets und folgen Leuten, die Sie kennen.

Danach fangen Sie an Accounts zu verifizieren, die sich mit Ihrem Thema beschäftigen.

Z.B. Ernährung. Folgen Sie nun allem was nicht bei drei auf dem Baum ist. Alles was mit Ernährung zu tun hat, mit Gesundheit, mit Essen, Abnehmen, Restaurants, Sport, Fitness… Was Ihnen zum Thema einfällt.

Lassen Sie den anderen einige Tage Zeit. Wer dann nicht zurück followed, der wird gnadenlos „unfollowed“. – Achtung! Hier aber nicht zu aggressiv vorgehen, sonst kann es passieren, dass Twitter den Account sperrt. Eine Entsperrung ist i.d.R. zwar möglich, aber ob das mehrfach gelingt ist zweifelhaft.

Entfolgen Sie auch inaktiven Accouts wieder, das hilft Ihnen Ihre Following /Follower-Rate möglichst gering zu halten (in der Anfangsphase darf sie ruhig mal über 1.0 liegen, sollte aber nicht deutlich über 1.2 liegen, später sollte sie deutlich unter 1 liegen. Sie darf durchaus gegen 0 tendieren. Wenn Sie aber im direkten Dialog mit einem Kunden stehen, sollten Sie ihm wenigstens für die Zeit des Dialogs folgen. So kann er Ihnen auch einfacher eine private Nachricht mit Informationen zukommen lassen, die nicht öffentlich werden sollten, ohne dass Sie beide dafür das Kommuniktationsmedium wechseln müssen. Außerdem können Sie so leichter beobachten, was er u.U. der Welt über die Kommunikation mit Ihnen mitteilt: 1a Kundenfeedback – Frei Haus geliefert!

Stöbern Sie auch bei der Konkurrenz, followen Sie jedem aktiven (wer seit 2 Jahren nicht mehr getwitttet hat, wird Ihrem Account wohl auch kaum folgen – ein verschwendetes „Following“ für die Following/Follower-Rate) Follower der Konkurrenz, der Konkurrenz selbst und den Menschen, denen die Konkurrenz zuhört…

Dritte Methode: (Prinzip Common Sense)

Eigentlich eine Mischung aus den beiden vorangegangenen Methoden: produzieren Sie regelmäßig hochwertige Tweets, die von ihren Followern „retweeted“ werden – jeder Follower ist ein potentieller Multiplikator. Dazu verfolgen Sie moderat die Methode #2.

Zur Verwaltung von Followern und derer denen Sie followen (Friends) gibt es einige Tools. (siehe unten) – wichtig ist nur: stellen Sie keines der Tools auf „Autopilot“, auch wenn es noch so angepriesen wird. Sie zerstören damit auf Dauer den Account, selbst wenn er nicht von Twitter „kassiert“ wird, so verliert dieses aggressive spammige Verhalten das oben erwähnte VERTRAUEN für den Account.

Zu 6. Wie erhalte ich Empfehlungen?

Es gibt den sogenannten #followfriday oder kurz (bei maximal 140 Zeichen pro Tweet kommt es auf jedes Zeichen an) auch einfach #ff

Dieser hat sich so etabliert.

Schreiben Sie interessante Tweets wird es dazu kommen, dass Ihnen andere Menschen einen #followfriday @ihrName absetzen. Je nachdem wer dies tut, sind Sie danach um einige Duzend Follower „reicher“.

Empfehlen Sie auch regelmäßig selbst Twitteruser per #ff – sie können und sollten dabei mehrere Twitteruser in einem Tweet zusammenfassen – achten Sie aber darauf, dass Sie den Tweet nicht zu voll machen, es sollte immer noch genügend Platz für ein automatisches Retweet (Twitter Kurzform: RT) bleiben. Dabei wird Ihrem Tweet ein RT @ihrName vorangestellt. Rechenformel:

Maximale Länge des Tweets: 140 – die Länge Ihres Twitternames – 5

Zu 7. Wie bringe ich meine Follower dazu, meine Tweets tatsächlich zu lesen?

Siehe oben.

VERTRAUEN und interessante Tweets…

UND: gehen Sie in den Dialog! – Antworten Sie auf Tweets. Dabei stellen Sie Ihrer Antwort ein „. @UserName“ des TwitterUsers, dem Sie antworten, voran. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie tatsächlich den . noch davor stellen. Warum? Nur so ist es tatsächlich wirklich öffentlicher Tweet. Denn: Tweets, die direkt mit @UserName beginnen, werden automatisch nur bei diesem User in der Timeline eingeblendet, und natürlich in Ihrer Timeline, falls die sich jemand explizit anschaut (sehr selten, i.d.R. nur wenn jemand entscheiden möchte, ob es sich lohnt Ihrem Account zu followen) und dann auch nur wenn er dann auf „Tweets und Antworten“ klickt. Aber mit dem Punkt davor, erscheint der Tweet in der Timeline aller, die Ihnen followen und zeigt damit jedem Ihrer Follower, dass Sie tatsächlich in den Dialog treten und nicht nur Einbahn-Kommunikation betreiben und einfach nur Tweets „rausblasen“.

Zu 8. Verkaufen über Twitter geht das überhaupt?

Im Internet ist der Traffic Ihr Standort und Ihre Website Ihr Laden und Verkäufer zu gleich. Je mehr Traffic zu Ihnen fließt, desto mehr verkaufen Sie.

Wenn der Traffic dann auch noch aus Leuten besteht, die sowieso schon an Ihrem Thema interessiert sind… und Sie es dann auch noch geschafft haben durch Ihre Informationen einen gewissen Trust aufzubauen… na dann sollten doch die Verkäufe in % gerade bei Ihrer Twitter-Leserschaft recht hoch sein, oder?

Trotzdem sollte der Prozentsatz Ihrer „Verkaufstweets“ nicht über 3-4% liegen…

Zu 9. Welche Tools brauch ich dafür?

TwitterSearch https://twitter.com/search-home Die Twitter-eigene Suche

TweetDeck https://tweetdeck.twitter.com/ Ein Tool – einst unabhängig gestartet, aber inzwischen direkt von Twitter – um alles im Blick zu behalten – den Twitter-Strom filtern, mehrere Accounts gleichzeitig im Blick zu behalten, etc. Die Möglichkeiten sind vielfätig.

FollowFriday Assistant – hier gibt es viele – wichtig ist, dass es nicht vollautomatisch für einen die #ff Tweets absetzt – eine gewisse Kontrolle sollte man sich schon vorbehalten – Meine Favoriten:

JustUnfollow http://www.justunfollow.com/ Analysiert Follower und Friends und zeigt auf wem man folgt ohne dass dieser einem folgt und umgekehrt – informiert auch per Mail über erkannte „unfollows“ zum leichteren „entfolgen“

FollowerWonk http://followerwonk.com/ ermöglicht vielfältige Analysemöglichkeiten seiner Follower und Friends und unterstützt bei der Suche nach interessanten „Influencern“ auf Twitter

Commun.it http://commun.it/ Noch ein Analyse- und Management-Tool, wieder mit einem etwas anderen Ansatz

Tweroid http://www.tweriod.com/ Analysiert wann meine Follower auf Twitter online sind und schlägt darauf basierend ideale Tweet-Zeitpunkte vor – ideal in Kombination mit

Buffer http://bufferapp.com einem Tool, dass es einem ermöglicht seine Tweets (insbesondere mit Links zu gerade besuchten Seiten) zu geplanten Zeiten zu versenden – auch für LinkedIn, Facebook und Google+

Klout http://klout.com „misst“ den Social Media Erfolg einer Person oder eines Unternehmens

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Michael Roth

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