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ReCap: Campixx Week 2016


ReCap: Campixx Week 2016
14 Mrz 2016

Vom 07.03. bis zum 11.03.2016 fand zum achten Mal die Campixx Week in Berlin statt. Wir von The Reach Group waren dieses Jahr einer der drei Hauptsponsoren. Hier wollen wir unsere Eindrücke und Erfahrungen aus dieser intensiven Woche mit Euch teilen.

Bis auf den Montag waren an jedem Tag Mitarbeiter von The Reach Group vor Ort und haben in ReCaps festgehalten, was sie gelernt und erlebt haben. Hier geht es zu den Zusammenfassungen der einzelnen Tage:

Webshop Day

Am Dienstag fand im schönen Hotel, am Müggelsee, hier in Berlin, der 2. Tag der diesjährigen Campixx-Week statt. Als einer der drei Hauptsponsoren dürfen wir in wechselnder Besetzung an allen Tagen vertreten sein und uns mit jeder Menge Input aus den Vorträgen, leckerem Essen und natürlich dem ein oder anderem Insider, aus den persönlichen Gesprächen, versorgen.

Campixx_2016

Produktdatenqualität macht glücklich

Meinen Einstieg hatte ich mit der Session „Produktdatenqualität macht glücklich“, die Sabrina Presoldt von Feed Dynamix gehalten hat. Was mir bis dato neu war, es gibt den Begriff „Produktdatenmarketing“. Dieser bezeichnet eine „Marketingstrategie zur gezielten Aussteuerung von Produktdaten“. Die Einsatzbereiche von Produktdaten sind mannigfaltig und reichen vom Affiliatemarketing und Preisvergleichern über Retargeting bis hin zu Social Advertising.

Welche Ziele mit Produktdatenmarketing und der Bereitstellung von Produktdatenfeeds verfolgt werden und welche Fallstricke es zu beachten gibt, hat Sabrina in Ihrer Session dargelegt. Folgende Herausforderungen stellen sich beim Managen großer Datenmengen und bei der Erstellung eines Datenfeeds:

  • Komplexität im Handling und Management der Daten
  • Unterschiedlich aufbereitete Daten aus verschiedenen Systemen, über die Daten bereitgestellt werden
  • Unterschiedliche Anforderungen der Partner, an die Daten ausgeliefert werden sollen
  • Hoher Pflegeaufwand der Produktdaten, um Aktualität zu gewährleisten

Wozu dient nun dieser Aufwand? Um eine konsistente Ansprache innerhalb der Customer Journey auf Basis von Produktdaten zu gewährleisten. Damit dies auch gelingen kann, muss ein Datenfeed den folgenden 6 Gütekriterien entsprechen:

  • Korrektheit
  • Standardkonformität
  • Konsistenz
  • Vollständigkeit
  • Verständlichkeit
  • Aktualität

Ein guter Datenfeed stellt die Daten so zur Verfügung, dass bei mehr oder weniger konkreten Suchanfragen auf Portalen wie Amazon, die eigenen Produkte möglichst weit oben gelistet werden. Ein Produkttitel sollte beispielsweise immer aussagekräftig sein und das jeweilige Produkt auch im Namen tragen. Eine Produktbeschreibung darf auch gerne Aussagen enthalten, die über die reine Aufzählung von Produktmerkmalen hinausgehen und den Abverkauf aktiv unterstützen.

Dein Online-Shop verliert Geld!

Conversion_Boosting

Weiter ging es in Session 2 mit Dennis Jörg Krüger von der Conversion Boosting GmbH, der angemahnt hatte: „Dein Online-Shop verliert Geld!“, wenn Du nicht auf Conversion Rate Optimierung setzt. Selbst wenn eine Conversion Rate von 1% monatlich um nur 5% gesteigert werden kann, ist das Jahr auf’s Jahr gesehen eine Steigerung von fast 50%. Und da werden die Ohren dann schnell gespitzt.

Aber Fakt ist: „Du weißt nicht was Dein Besucher will“. Deshalb heißt es testen und ausprobieren. Oftmals wird hier aber an den falschen Stellschrauben gedreht. Wichtigstes Kriterium zur Entscheidung welche Seiten optimiert werden sollten, ist die Besuchermenge. Diese aber bitte nicht auf einzelne Seiten herunterbrechen, sondern Seitentypen betrachten. Und wo gilt es nun bei einem Seitentypus anzusetzen? Bei ganz banalen Elementen wie Headlines, Bildern und Produktbeschreibungen, die den User erstmal auffangen und dafür sorgen, dass er auch bleibt.

Wer nun loslegt und testet, sollte darauf achten, dass deutlich wahrnehmbare Änderungen herbeigeführt werden, denn nur dann kann auch eine signifikante Änderung eintreten. Testszenarios müssen genauso wie Räder und Kassenbänder nicht neu erfunden werden, daher kann auch auf bekannte Heuristiken oder auf Best Practices zurückgegriffen werden. Eine gute Grundlage bietet die Datenbank ConversionBoosting Analyze, die Optimierungspotenziale, anhand bereits erprobter positiver Änderungen, aufzeigt. Das Ganze gibt es umsonst für denjenigen, der es schafft Jörgs Vermieter davon zu überzeugen, dass er keine Miete mehr zu zahlen braucht.

Ein paar Best Practices wurden natürlich schon mitgebracht. So sollte ein Checkout Prozess gefühlt kurz sein, indem er so einfach und übersichtlich wie möglich gehalten wird. Alle Schritte sollten so weit wie möglich getrennt sein, z.B. auch Zahlung und Lieferung. Auf Produkt-Landingpages gilt es Übersichtlichkeit zu schaffen und so wenig Ablenkung wie möglich zuzulassen durch gut strukturierte Texte, klare und große Headlines und anschauliche Bilder.

Gütesiegel werden gern verwendet, aber häufig eben auch falsch. Statt des Logos sollte das Siegel mit Bewertungssternchen eingebunden werden, denn erst das schafft tatsächlich Vertrauen. Wirken kann es nur, wenn es auch gesehen wird, also ab in den Header damit.

Mit Real Time Bidding wachsen

Real_Time_Bidding

In Session 3 luden David Lange und Daniel Skoda von adlicious ein: „Mit Real Time Bidding wachsen“. Seit 2014/2015 wird RTB (Real Time Bidding) konsequent umgesetzt. Hierbei werden user-basierte Daten genutzt und intelligent ausgesteuert. Dabei kommen drei unterschiedliche Targeting-Optionen zum Einsatz:

  • Semantische Zwillinge (Lookalike Target Group)
  • Kaufabsischtsdaten
  • Soziodemographische Daten

Das Real Time Bidding eignet sich für diese drei Anwendungsbereiche:

  • Effizientes Prospecting zur Neukundenakquise

    Hierbei ist zu beachten, einen Pixel im Login-Bereich zu implementieren und bereits registrierte Nutzer vom Targeting auszuschließen, um den Streuverlust zu minimieren. Die Optimierung sollte hier nicht rein auf CPO erfolgen, sondern auch die Absprungrate und Conversion Rate berücksichtigen.

  • Smartes Retargeting

    Hierfür wird zunächst eine Segmentierung des Shop-Traffics nach Engagement vorgenommen, um zielgerichtet targeten zu können. In dynamischen Bannern werden den Usern passende Produkte angezeigt. Hat ein Kauf stattgefunden, sollte das Retargeting entsprechend gestoppt werden.

  • Bestandskundenaktivierung

    Hierüber wird Upselling mit an Kriterien gebundenen Produkten durchgeführt. Auch hierfür ist eine vorherige Segmentierung notwendig. Die Voraussetzung für dieses Targeting ist ein CRM-Setup, um die erforderlichen Daten bereitzustellen.

Für das Aufsetzen einer Kampagne gibt es zwei Prinzipien, Bottom Up und Bottom Down. Bei einer spezifischen Zielgruppe wird sehr zielgerichtet getarget und dann die Zielgruppe sukzessive erweitert. Bei einer sehr breiten Zielgruppe, die keine spezifischen Merkmale aufweist, wird das Prinzip Bottom Up angewendet, bei dem nicht passende User nach und nach ausselektiert werden.

Conversion Optimierung entlang der Customer Journey

Conversion_Optimierung

Das nächste Event hatte weniger mit der Aufnahme von Wissen, dafür aber mit leckerem Essen zu tun. Ein reichhaltiges Angebot an Hauptspeisen und eine süße Nachspeise hat den leeren Tank wieder aufgefüllt und Energie für Runde 2 geliefert. Den Einstieg gab hier Nils Kattau von Leap mit dem Thema „Conversion Optimierung entlang der Customer Journey“.

Wer Conversion Optimierung betreibt sollte nicht nur die eigene Webseite im Blick haben, sondern den gesamten Weg, den Nutzer auf der Reise zum Kauf zurücklegen und im Idealfall auch noch den Weg danach. Konkret bedeutet das, auch Werbemittel und Search Snippets ansprechend und auf die Zielgruppe ausgerichtet zu gestalten.

Landingpages sollten vertrauensbildende Elemente enthalten, je unbekannter eine Marke sind, umso wichtiger sind diese. Klare und verständliche Aussagen führen ebenfalls zu einem positiven Ergebnis. In Online-Shops spielt die Suche eine wichtige Rolle. Das Suchfeld sollte für Nutzer klar erkennbar sein. Auch hier gilt es die eigene Brille abzunehmen und sich den User vor Augen zu führen. Viele Shops bieten eine Vielzahl von Filtermöglichkeiten an, um die Auswahl des passenden Produktes zu vereinfachen. Doch viele Filter stiften auch Verwirrung. Daher sollten Filter über ein Event-Tracking gemessen und nur die meist benutzten auch übersichtlich dargestellt werden.

Auf Produktübersichtsseiten, wie Kategorien, ist Übersichtlichkeit gefragt. Produktnamen und -beschreibungen sollten so angelegt sein, dass sie einen Vergleich ermöglichen. Wenn möglich, kann mit Verknappung gearbeitet werden, um den Kunden zum Kauf zu animieren.

Im Checkout-Prozess gilt es nochmal alle USPs hervorzuheben, um das Vertrauen zu stärken. Mögliche Einwände sollten behandelt und Gast-Bestellungen ermöglicht werden. Wer Gutscheine anbietet, sollte dies dem Kunden nicht unbedingt unter die Nase reiben und auch beim Wording eher mit „Rabattcode“ als „Gutschein“ rangehen. Cleveres Upselling lässt sich selbst im Checkout-Prozess noch betreiben, indem ergänzende Produkte mit Stückzahl 0 in den Warenkorb gelegt oder passende kostenfreie Artikel mitgegeben werden.

7 Kardinalfehler beim Shop-Relaunch vermeiden

Andreas_Ditze

Andreas Ditze von tripuls führte durch die Session „7 Kardinalfehler beim Shop-Relaunch vermeiden“. Der Name der Session hat den Erwartungen nicht ganz entsprochen. Hier ging es in 45 Minuten weniger um 7 Kardinalfehler, als vielmehr um 7 Felder, mit denen man sich vor einem Relaunch dringend auseinandersetzen sollte, damit auch alles berücksichtigt wird. Innerhalb dieser Felder hat Andreas einen sehr detaillierten Einblick in alle Bereiche gegeben, die unbedingt berücksichtigt werden sollten, damit es kein böses Erwachen gibt.

Bevor überhaupt die Entscheidung für oder gegen einen Relaunch gefällt werden kann, empfiehlt Andreas die Methode des Design Thinking. Nur wenn die Bedürfnisse der Nutzer mit dem eignen Business-Modell und der technischen Machbarkeit in Einklang zu bringen sind, sollte das Projekt Relaunch angegangen werden.     

  1. Traffic

    Oberstes Ziel beim Shop-Relaunch ist es, bestehenden Traffic zu halten und über die Zeit natürlich auszubauen. Daher gilt es vor einem Relaunch z.B. alle wichtigen Keywords und Landingpages zu analysieren, damit hier nichts verloren geht. Hierbei sollten auch mögliche Potenziale berücksichtigt werden.

  2. Conversion

    Wenig genutzte Klickpfade sollten im Zuge eines Relaunchs eliminiert oder optimiert werden. Hierfür muss vorher natürlich eine entsprechende Analyse stattgefunden haben. Damit der Relaunch dann auch ordentlich mehr Conversions bringt, sollte natürlich Mobile eine wichtige Rolle spielen und das Frontend entsprechend in 3, besser in 4 Varianten zur Verfügung gestellt werden (PC, Laptop, Tablet, Smartphone).

  3. Reputation

    Eine A-B-C Kundenanalyse hilft Missstände im Shop aufzudecken, die im Relaunch unbedingt beseitigt werden sollten.

  4. Preis

    Preise spielen im E-Commerce eine wichtige Rolle. Daher sollte ein neuer Shop ein dynamisches Pricing ermöglichen, mit dem individuell, zeitnah und automatisch auf das Markt- und Wettbewerbsumfeld reagiert werden kann.

  5. Shopsystem

    Am Ende steht und fällt natürlich alles mit der Auswahl des geeigneten Shop-Systems. Grundsätzlich stehen hier drei Varianten zur Auswahl: Open Source, Miete und Kauf. Während Open Source Systeme größtmögliche Freiheit und Flexibilität erlauben, steht ein gemietetes System sofort zur Verfügung. Ein gekauftes Shopsystem ist leicht anpassbar, bringt aber auch wieder die Abhängigkeit mit sich.

  6. Timing

    Ein Relaunch sollte natürlich immer außerhalb der Saison stattfinden. Mit einem Relaunch ist es in der Regel auch nicht getan. Wer stetig aktuell bleiben und Verbesserungen herbeiführen möchte, sollte eher in Relaunch-Zyklen denken und hierfür einen Prozess einführen.

  7. Partner

    Ein Relaunch gelingt nur dann bestmöglich, wenn mit Spezialisten auf allen Ebenen gearbeitet wird.

Personalisierung in Webshops

Personalisierung_in_Webshops

Die Abschlussvorstellung am Webshop Day hat Frank Gunkelmann von FACT-Finder gegeben. Personalisierung bietet Webshops eine Reihe von Chancen sich gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten:

      • Personalisierung ist ein wichtiges Instrument zur Kundenbindung.
      • Sie ist eine langfristig erfolgversprechende Unternehmensstrategie, da hierüber eine gute Kundenbeziehung aufgebaut wird.
      • Sie generiert 360° Kundenansichten.
      • Kundenorientierung ist die Voraussetzung für ein zukunftsträchtiges Online-Business.
      • Der Kunde muss in den Fokus gestellt werden, damit auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kunden eingegangen werden kann.

Mit der Personalisierung ergeben sich auch gewisse Risiken, die vor allem dann zum Tragen kommen, wenn sie nicht richtig eingesetzt wird:

      • Eine schlecht implementierte Personalisierung wirkt kontraproduktiv und birgt die Gefahr, dass vorschnell falsche Schlüsse über Präferenzen von Usern gezogen werden.
      • Hierdurch könnten Chancen für Cross- und Upselling verloren gehen.

Personalisierung kann entlang der gesamten User Journey in einem Webshop zum Einsatz kommen. Auf der Startseite kann eine persönliche Begrüßung erfolgen. Bekannte User, die die Suche tätigen, bekommen zu Ihren Präferenzen passende Suggests angezeigt. Filtereinstellungen wie Größenangaben oder „vegan“ können automatisch dazu genutzt werden, hierzu passende Produkte anzuzeigen. Im Checkout sind bevorzugte Zahlungs- und Lieferarten bereits voreingestellt, lassen sich bei Bedarf aber leicht ändern.

Fazit:

Der Webshop Day war ein rundum gelungener Konferenz-Tag mit einer Menge Input und netten Pausengesprächen. Ich freue mich auf Freitag und auf das Wochenende, wo es gerne so weitergehen darf.

 

Content Creation Day

Bei strahlendem Himmel, klarer Luft und herrlicher Aussicht auf den Müggelsee, ging es gestern für uns – Angelo Menzel, Gustav Kemter, Laura Rademacher und Nils Hofmann – zum Content Creation Day der Campixx Week 2016.

 

Campixx_Conten_Creation_Day

Ein ganzer Tag im Zeichen des Contents, der Content-Planung und Content-Produktion. Und doch stand der Tag unter einem schlechten Stern. Die Location der Campixx hat zwar eine Berliner Anschrift, ist aber, wie man in der Hauptstadt sagt JWD – Janz weit draußen. Doch sowohl der Anblick des Müggelsees entschädigt für die Lage, als auch die Qualität der Vorträge. Über den Tag verteilt wurden in den vier Vortragsräumen alle Aspekte des Contents abgedeckt. Für uns gab es jedoch drei klare Highlights.

Von der Idee im Kopf zum fertigen Bild

Gabor_Richter

Gabor Richter ist Fotograf, er weiß wie man kreativ arbeitet, wie man Ideen findet und diese umsetzt. Prinzipiell muss zwar jeder Mensch für sich selbst herausfinden, wie er am besten arbeiten kann, allgemein lässt sich aber sagen: Unter Druck funktioniert Kreativität nicht! Der Kopf muss Zeit haben zu denken, zu wandern, sich inspirieren zu lassen, auszuprobieren, um schließlich auf eine gute, die richtige Idee zu kommen. Hilfreich für Gabor Richter sind dabei u.a. Brainstormings. Im Austausch mit anderen entstehen kreative Energien, die einen oftmals auf neue Ideen bringen. Egal ob man sich mit Kollegen, Freunden oder der Familie über ein Thema austauscht, etwas Neues entsteht fast immer. Für alle die noch auf der Suche nach Menschen zum brainstormen sind empfiehlt Richter die Plattform brainr.de. Dort können Ideen gepostet, die anschließend von der Community diskutiert werden.

Mehr Taktik + mehr Prozesse = Weniger Arbeit und bessere Inhalte

 

Nicole Simon kennt sich aus in der Welt des Contents, aus eigener Erfahrung weiß sie, wie man diesen richtig produziert und welche Prozesse die Produktion erleichtern. Natürlich gibt es für Content in etwa so viele Ideen wie Fische im Müggelsee, doch nicht alle sind gleich gut. Für Nicole Simon ist es wichtig, bei der Content-Produktion auf die Qualität und nicht auf die Quantität zu setzen. Das bedeutet vor allem, dass nicht alle Ideen gleichzeitig umgesetzt werden sollten. Besser ist es seine Kapazitäten realistisch einzuschätzen und einzuplanen. Generell ist eine gute Planung elementar für eine erfolgreiche Content-Produktion, dabei helfen eine standardisierte Vorbereitung und etablierte Prozesse mit Checklisten, Templates, genauen Übergabepunkten und eine realistische Zeitplanung. Denn wenn der gesamte Produktionsprozess in einzelne Arbeitsschritte zerlegt wird, hilft dies einerseits bei der Umsetzung und andererseits ermöglicht es den gezielten Einsatz von Testphasen. Denn nur durch Ausprobieren können Produktionsprozesse jeglicher Art kontinuierlich verbessert werden.

Mit einfachen Regeln für nutzeroptimiertes Content Design zu mehr Conversions

 

Die Kernaussage von Ben Harmanus Vortrag lässt sich leicht zusammenfassen: Mehr ist nicht unbedingt immer mehr. Mehr Content bedeutet nicht unbedingt mehr Traffic. Mehr Call-to-Actions bedeutet nicht unbedingt mehr Aktion. An zwölf Beispielen macht er deutlich, wie reduziertes Content Design zu mehr Conversion führt:

  1. Richtungsweiser (Direction)
  2. Storytelling
  3. Hero Shot
  4. Social Proof
  5. Bewegung (Motion)
  6. Angebotscharakter (Affordance)
  7. Farbe & Kontrast
  8. Nähe (Proximity)
  9. Einkapselung (Encapsulation)
  10. Größe (Size)
  11. Ablenkung (Distraction)
  12. Weißraum (White Space)

Auch bei diesen zwölf Beispielen gilt: Weniger ist mehr! Wichtig ist es durch kontinuierliche Analysen herauszufinden, welche Beispiele für die jeweilige Darstellung am besten geeignet sind, diese bewusst einzusetzen und alle Beispiele gleichzeitig anzuwenden. Oder, wie Ben Harmanus sagt:

„Wenn es nicht zur Conversion beiträgt – weg damit!“

Bei nicht mehr ganz so strahlendem Himmel und untergehender Sonne, machten wir uns mit unserem neuen Content-Wissen auf den Weg nach Hause: Voller Vorfreude auf den bevorstehenden Content in Motion Day der Campixx und mit etwas weniger Vorfreude auf den erneuten Weg nach janz weit draußen.

 

Content-In-Motion Day

Da waren es nur noch Zwei. Für uns, Nils Hofmann und Laura Rademacher, ging es gestern wieder raus zum Müggelsee, auf zum Content in Motion Day der Campixx Week 2016. Am Ufer des Müggelsees ging es diesmal um das bewegte Bild, genauer gesagt um Content in Bewegung. In den zehn Stunden auf der Campixx haben wir Neues gehört und Langvermutetes bestätigt bekommen. Und am Ende stellten wir uns trotzdem eine Frage.

Struktur trifft Emotion: Kreation involvierender Video-Konzepte

Thore_Schwemann

Irgendwie haben wir es die ganze Zeit schon geahnt, im Marketing gilt nicht nur das Prinzip „Sex sells“, sondern auch „Emotion sells“. Menschen interessieren sich für Menschen, Menschen wollen Menschen sehen, in die sie sich hineinversetzen können. Menschen mit denen sie mitfühlen, mitleiden und miterleben können. Der Vortrag des ehemaligen Fernsehredakteurs Thore Schwemann hat dies mehr als deutlich gemacht. Gute Videos müssen den Zuschauer emotional abholen, ihn mitreißen und ihm die Möglichkeit zur Identifikation geben. Damit sind Videos vor allem fürs Markenbranding, nicht aber für die Conversion Rate das richtige Mittel. Das Content Video, welches Nike vor einigen Jahren für sein Fuelband produziert hat ist hierfür ein gutes Beispiel. Der Clip erweckt Emotionen, der Zuschauer identifiziert sich mit dem Protagonisten. Gleichzeitig verankert sich Nike als Marke ein Stück weiter im Hirn und Herz des Zuschauers. Der Marke Nike hat der Clip sicherlich geholfen, ob er den Verkauf des am Anfang dezent platzierten Fuelband gesteigert hat, ist jedoch zu bezweifeln.

Werbefilme: Ein Streifzug durch Konzepte, Kosten- und Produktionsaufwand

Andrea Jellinek arbeitet seit über einem Jahrzehnt als Videoproduzentin. Ihre Einblicke in die Produktion von Werbefilmen hat also Hand und Fuß. Mit einem großen Budget ist die Produktion von jeglichem Content wesentlich einfacher, als mit einem limitierten. Sind die finanziellen Quellen unerschöpflich, können professionelle Kameramänner, Cutter, Darsteller, Kostüm- und Maskenbilder und und und angeheuert werden. In den meisten Fällen ist jedoch ein klares Budget festgelegt, die Kunst ist es dieses bestmöglich zu investieren. Die entscheidende Frage bei der Planung ist also, auf welche der 1001 Dinge, die zur Werbefilmproduktion gehören, wird der Fokus gelegt? Wo kann gespart werden, ohne das die Qualität leidet? Um diese Entscheidungen zu treffen bedarf es einerseits einer detaillierten Planung, aber vor allem auch einer gewissen Expertise. Alles in Allem kann man sagen: Professionelle Videoproduktion ist um einiges komplexer, als viele denken.

Warum man mit „nur Video“ keinen Erfolg haben wird

 

Nicole Simon redet schnell, sehr schnell. Das aber aus gutem Grund, denn ihr Vortrag ist vollgepackt mit wichtigen und guten Informationen. Informationen rund um die online Vermarktung von Clips. Auch nur der Versuch ihre Thesen hier in einem Absatz angemessen wieder zu geben und zu erläutern muss scheitern, deswegen an dieser Stelle nur die vier wichtigsten Infos, die wir aus dem Vortrag mitgenommen haben:

  1. Ein Clip alleine wird niemals gefunden, es braucht eine anständige Einbettung in weiteren Content (Text, Bild etc.)
  2. Wer seinen User nicht versteht, hat schon verloren. D.h. auch auf die Bedürfnisse der User einzugehen und seinen Content möglichst vielfältig aufzubereiten (YouTube, Vimeo, Facebook Live, Snapchat etc.).
  3. Umschauen, Ausprobieren, Hinterfragen: Man braucht für die erfolgreiche Video-Produktion das Rad nicht neu erfinden, einfach schauen, was andere erfolgreiche Vlogger machen und verstehen, warum etwas erfolgreich ist.
  4. Standardisierte Abläufe erleichtern den Arbeitsalltag. Planen was planbar ist und möglichst viel vorproduzieren. Hilfreich sind beispielsweise Tools wie Hootsuite, die das Posten in Social Media Kanälen zeitlich entkoppeln.

Campixx_2016

In den zehn Stunden auf dem Content in Motion Day haben wir viele neue Impulse bekommen: Emotionen ziehen immer, Menschen ziehen immer und bewegtes Bild zieht – unter den richtigen Voraussetzungen – immer! Trotzdem liebes Campixx-Team hätten wir da noch eine Frage. Das „Content in Motion“ und „Content Emotion“ Homofone sind, das ist doch kein Zufall?

 

Content Marketing Day

Ein weiterer spannender Tag auf der Campixx Week 2016 ist zuende gegangen: Der Content Marketing Day. Wir von The Reach Group waren als Hauptsponsor natürlich wieder mit dabei, dieses Mal in der Besetzung Katrin Schaefer, Gustav Kemter und Vincent Dombrowski.

Nach Content Creation am Mittwoch und Content-in-Motion am Donnerstag stand heute das Content Marketing selbst im Mittelpunkt. Vor der mittlerweile vertrauten Kulisse des Müggelsees wurde ein wahres Feuerwerk aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen abgefeuert.

Mit sechs Sessions in fünf verschiedenen Räumen standen wir vor der Qual der Wahl: Influencer Marketing, YouTube oder Web 3.0? Wir entschlossen uns dazu, die Kräfte aufzuteilen und so möglichst viele Insights mitzunehmen.

 

Content Marketing mit Influencern

Den Einstieg am Content Marketing Day machte Florian Hieß von Mediacom mit dem Thema „Content Mareting mit Inflencern“. Influencer Marketing vereint Content Marketing mit Blogger und Influencer Relations. Die große Herausforderung besteht hier darin, die für die eigene Zielgruppe geeigneten Influencer ausfindig zu machen. Zur Beurteilug der richtigen Personen eignen sich die vier Faktoren:

  • Reichweite
  • Relevanz
  • Reputation
  • Resonanz

Wir SEOs verschleiern mit dem Begriff Content Marketing ja häufig unsere Linkbuilding-Aktivitäten. Doch Content Marketing und insbesondere Influencer Marketing kann sehr viel mehr. Es schafft Aufmerksamkeit in der Awareness Stage bei der anvisierten Zielgruppe, unterstützt damit indirekt Abverkäufe und kann auch in der Produktentwicklung wertvolles Feedback generieren.

Die Planung einer Influencer Kampagne umfasst die folgenden Schritte:

Konzept & Ziele

Hier werden entsprechend der eigenen Zielgruppe Plattformen und Content-Formate bestimmt sowie  das Ausmaß der Kampagne und die gesetzten Ziele bestimmt.

Recherche

In der Recherche- Phase werden die passenden Influencer evaluiert. Hierbei geht es nicht allein um die Bekanntheit in der jeweiligen Zielgruppe, sondern auch um Engagement und den Umgang mit Kritik und Fans. Zahlreiche Tools auf dem Markt, wie z.B. Brandwatch oder influencerdb. können hier behilflich sein.

Ansprache

Bei der Asprache der Influencer gilt es folgende Regeln zu befolgen:

  • Klare und offene Kommunikation
  • Idee, Ablauf und Zielsetzung vermitteln
  • Über die Rahmenbedingungen aufklären
  • (Mehr)wert für die Influencer definieren

 

Wie Du guten Content erfolgreich Journalisten pitchst

Den eigenen Content in einer auflagenstarken Zeitung unterzubringen verspricht Reichweite und hohes Engagement. Doch wie pitchst Du deinen Content richtig, damit Journalisten auch tatsächlich anbeißen?

Diese Frage kann ein Redakteur natürlich am besten beantworten. Das erklärt wohl auch den großen Publikumsandrang bei Lars Buddes  Vortrag: „Wie Du guten Content erfolgreich Journalisten pitchst.“

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, wie Redakteure ticken. Was sind ihre Ziele? In welchem Umfeld agieren sie und wie arbeiten sie? Hierbei ist zwischen den Zielen des Verlags wie Reichweite und Vermarktbarkeit und den persönlichen Interessen des jeweiligen Redakteurs wie Anerkennung und Reputationsgewinn zu unterscheiden.

Grundsätzlich sollten Redakteure frühzeitig in den Produktionsprozess eingebunden werden. Dadurch können Inhalte an die Bedürfnisse der Publikation angepasst werden und die Chance auf eine Veröffentlichung steigt.

Zudem gibt es Content Formate, die sich besser dazu eignen, von Journalisten verbreitet zu werden. Hierzu gehören Infografiken, die für Redakteure einen geringen Arbeitsaufwand bedeuten. Alles jedoch, was erst hinter einer Landing Page erreichbar ist, eignet sich in den meisten Fällen nicht für eine Veröffentlichung.

Doch wie stelle ich den Erstkontakt am besten her? Hierbei helfen natürlich persönliche Kontake. Diese ermöglichen etwa ein Anschreiben über soziale Netzwerke. Bestehen solche Kontakte noch nicht, sollte am Anfang eine eingehende Recherche stehen.

Hierzu werden die bisherigen Inhalte des Publishers analysiert und die jeweiligen Autorenprofile sowie die Auftritte in den Sozialen Medien geprüft.

Das Anschreiben selbst sollte dann per E-Mail erfolgen, da eingehende Anrufe meist nicht in die Redaktion selbst durchgestellt und meistens als störend empfunden werden. Die Mail sollte natürlich über einen aussagekräftigen Betreff verfügen und eher knapp gehalten werden. Dokumente besser im Anhang als im Body senden.

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Letztlich ist beim Beziehungsaufbau auf Langfristigkeit zu achten. So können kleine Aufmerksamkeiten wie ein Bier auf einer Konferenz oder eine uneigennützig geteilte Information oft mehr bewirken als die dritte Nachfassmail.

 

Content Marketing Zielgruppenworkshop: Mit Kreativmethoden die Zielgruppe analysieren

Content Marketing muss dem Nutzer Mehrwert bieten. So gut, so altbekannt. Doch wie findet man heraus, wer der Nutzer überhaupt ist, was ihn beschäfftigt und wie er tickt? Hier kommt die Zielgruppenanalyse ins Spiel.

André Jontza von der Projecter GmbH zeigte in der dritten Session des Tages, worauf es hierbei ankommt.

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Am Anfang stehen die harten Daten und Fakten. Welche soziodemografischen Merkmale weist die Zielgruppe auf? Wo ist sie online anzutreffen und welche Interessen weist sie auf?

Bei der Erhebung dieser Daten helfen Kundenbefragungen, Tools wie Google Analytics, Statistikportale und die sozialen Netzwerke.

Doch hiermit ist die Zielgruppenanalyse noch lange nicht abgeschlossen. Denn wie denken die Nutzer?  Welche Triebe motivieren sie und welche Werte halten sie hoch?

Diese Eigenschaften können anhand einer Limbic Map erfasst werden. Anhand der drei Grundmotivationen Balance, Dominanz und Stimulanz wird die Zielgruppe verortet. Diese Erkenntnisse ermöglichen eine zielgerichtete Ansprache und bestimmen Art und Stil des Contents.

Auf der sogenannten Empathy Map wird bestimmt, welche Fragen sich Nutzer stellen, wie sie handeln, was sie sehen und welche Gefühle sie beschäfftigen. Welche Ängste und Hoffnungen haben sie?

All diese Informationen werden zusammengeführt und zu verschiedenen Personas komprimiert. Diese bilden ein idealtypisches Mitglied der Zielgruppe ab. An den Personas orintiert sich dann die Contentplanung und -produktion.

 

Wie Dein Team am Content Marketing wächst. Oder zerbricht

Content Marketing erfodert unterschiedlichste Fähigkeiten und ist als One-Man-Show nur kaum denkbar. Die Herausforderungen sind oftmals nicht von Beginn an klar, was besondere Anforderungen an die Zusammensetzung und die Arbeitsabläufe im Team stellt.

Wie ein Team hieran wachsen kann anstatt zu zerbrechen zeigte Ronny Stenzel von clicks in der vorletzten Session dieses Tages.

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Zunächst müssen gemeinschaftlich die Ziele einer Kampagne definiert werden. Hierfür ist es unumgänglich, dass alle Mitglieder die relevanten Fakten über den Kunden kennen.

Bei der Zusammenstellung des Teams spielt die Größe nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist es, dass alle benötigten Fähigkeiten abgedeckt sind. So müssen Koordination, Content-Produktion und die Distribution bedacht werden.

Bei der Ideensuche gilt es, alle möglichen Bedenken ernstzunehmen und zu adressieren. Die Ergebnisse sollten natürlich sauber dokumentiert werden.

Für die Umsetzung benötigt es eine klare Aufgabenverteilung. Termine müssen eingehalten werden, um aufeinander aufbauende Prozesse zu realisieren. Gegenseitige Unterstützung und internes Feedback sorgen dafür, dass die Qualitäten der einzelnen Mitglieder in jedem Schritt einzubringen.

Zu der Auswertung sollte neben der Beurteilung der Zielerfüllung anhand  der KPIs und der Kosten-Nutzen-Abschätzung auch eine umfangreiche Monöverkritik gehören, um gesammelte Erfahrungen festzuhalten und für zukünftige Projekte nutzbar zu machen.

 

Content Marketing bei OTTO – Was funktioniert und wo geht die Reise hin? 

Wenn eines der größten Versandhäuser Deutschlands Einblicke in sein Content Marketing gibt, ist es nicht verwunderlich, dass der Raum gut gefüllt ist. So war es dann auch bei dem Vortrag von Johannes Jensen im The  Reach  Group Raum:

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Bei Otto liegt der Fokus im Content Marketing auf den beiden Aspekten Beratung und Inspiration. Hierfür werden vier verschiedene Themenblogs und die gängigen Social Networks bespielt. Die Inhalte werden in drei Kategorien eingeteilt:

Steady Content wird in hoher Frequenz veröffentlicht und bietet zeitunabhängigen Nutzen. Hierzu zählt etwa der Bereich Kaufberatung.

Push Content orientiert sich an aktuellen Trends und dient in erster Linie der Inspiration.

Die letzte Kategorie, der Hero Content, umfasst aufwendige Produktionen wie EBooks oder gedruckte Bücher. Hierauf konzentrierte sich der Rest des Vortrags.

Es wurde vier Beispiele ausführlich erläutert, darunter ein Kochbuch mit den besten Rezepten von bekannten Food-Bloggern, ein Ratgeber zum Thema „Kinder und Internet“, ein Buch zum Thema „Hochzeit“ sowie die Produktion „Richtig Laufen“, die sowohl als EBook wie auch in gedruckter Form herausgegeben wurde.

Diese vier Hero Content Projekte waren unterschiedlich erfolgreich, woraus Jensen folgende Learnings zog:

  1. EBooks funktionieren gut

Sie vermitteln Expertenwissen und eignen sich sowohl zur Link- wie auch zur Trafficgenerierung

  1. EBooks und Bücher zusammen funktionieren besser

Menschen wollen etwas in der Hand haben

  1. Ein gute Zielgruppenrecherche ist eine wichtige Voraussetzung

Hierbei ist die Zielgruppe der Blogger gemeint. Wie sind sie untereinander vernetzt? Stehen sie in Konkurrenz zum eigenen Blog? Welche Hierarchien bestehen?

  1. Der Content muss genau recherchiert sein

Redakteure müssen genau und spezifisch gebrieft werden, um tatsächlich zu liefern, was die Leser interessiert.

  1. Nichts geht ohne hervorragendes  Seeding

Hier können begleitende Content Marketing Aktionen helfen, die Reichweite zu erhöhen. So etwa Gewinnspiele oder Wettbewerbe.

Zu dem Thema Blogger-Relations entwickelte sich dann noch eine lebhafte und teilweise hitzige Diskussion. Es kann festgehalten werden, dass sich die Blogger-Szene in den letzten Jahren weitestgehend professionalisiert hat und mittlerweile höhere Investitionen nötig sind, um Content durch Blogger verbreiten zu lassen.

Fazit

Der Content Marketing Day auf der Campixx 2016 bot alles, was man von einem gelungenen Konferenztag erwarten kann: Spannende Vorträge, interessante Gespräche und eine tolle Atmosphäre mit vielen begeisterten Teilnehmern. 

Jetzt gilt es erstmal, neue Kräfte zu tanken, denn morgen geht es bereits mit den SEO Campixx Days weiter. Wir sind gespannt und freuen uns auf ein intensives Wochenende.

 

SEO Campixx Days

Den Höhepunkt der Campixx Week stellt traditionell die SEO-Campixx am Wochenende dar. Das Hotel am Müggelsee verwandelt sich in einen quirligen Bienenstock, es herrscht ein aufgeregtes Gedränge und Geschiebe und die Vortragsräume platzen aus allen Nähten.

Und der Wahnsinn beginnt bereits bei der Begrüßung von Marco Janck mit anschließender Special Keynote: Blinkende Roboter tanzen durch den in Schwarzlicht getauchten Raum, die Teilnehmer tragen grün leuchtende Masken und es bildet sich ein Netzwerk aus bunt leuchtenden Wollfäden, das innerhalb kürzester Zeit den gesamten Raum einnimmt und die Zuhörer miteinander verbindet.

Wir von The Reach Group sind mit unserem Geschäftsführer Evert Veldhuijzen, den beiden Senior Consultants Optimization Katrin Schaefer und Gustav Kemter sowie mir, Vincent Dombrowski, vor Ort vertreten.

So treibst Du den Google Keyword-Planer zur Höchstleistung

Ist die Optimierung auf Keywords noch zeitgemäß, oder sollten heutzutage ausschließlich Themen und Ideen im Mittelpunkt stehen?

Hannes Richter zeigt eindrucksvoll am Beispiel von LawrenceOfMarocco’s viral gegangener Karte der Originaldrehorte von Game of Thrones, wie eine Content Marketing Kampagne zwar jede Menge Links von hochautoritären Domains einsammeln kann, ohne jedoch messbare Auswirkungen auf die Sichtbarkeit zu zeitigen.

Hier zeigt sich ganz deutlich: „Content Marketing ohne Blick auf Keywords ist verschenktes Potenzial“.

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Somit sind die Zeiten der Keywordrecherche noch lange nicht vorbei. Um mögliche Suchbegriffe zu finden, kann auf eine Vielzahl von Tools und Herangehensweisen zurückgegriffen werden. Doch ein limitierender Faktor ist der Google Keyword-Planer. Hier kann lediglich das Suchvolumen für 1000 Keywords gleichzeitig abgerufen werden.

Durch das Hinzufügen zu einem AdWords-Plan kann dieses Limit zwar af 3000 Keywords erhöht werden, doch auch das ist für viele Projekte deutlich zu wenig. Hier verspricht ein von Richter erstelltes und auf dem Projecter-Blog abrufbares Skript Abhilfe zu schaffen.

Es automatisiert die Abfrage und ermöglicht so das Handling großer Keywordlisten. Die einizgen Voraussetzungen hierfür sind die Installation des Add-Ons iMacros und der Zugriff auf einen Webserver.

 

Learnings aus den Google Search Quality Rating Guidelines

Ende letzten Jahres wurden erstmals die Google Search Quality Rating Guidelines veröffentlicht. Bisher waren diese immer geheim gehalten worden. Es existierten lediglich geleakte Auszüge im Netz.

Eduard Protzel von den TrustAgents hat das Dokument durchgearbeitet und stellte nun seine Learnings vor.

Zunächst stellt sich die Frage, was genau unter Search Quality Rating zu verstehen ist. Google beschäfftigt in verschiedenen Ländern Quality Raters, um Suchergebnisse zu bewerten. Dies dient etwa der Beurteilung von Algorithmusänderungen, bevor diese ausgerollt werden.

Im Zentrum der Bewertung steht die Frage, wie gut eine Website die Bedürfnisse der Nutzer befriedigt. Die Beantwortung dieser Frage ist natürlich stark von der Art der Seite abhängig. So gelten für private Homepages andere Kriterien als für Online-Shops oder Nachrichtenportale.

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Eine Sonderstellung nehmen sogenannte Your-Money-Your-Life-Seiten (YMYL) an. Hierunter werden Websites gezählt, die einen direkten Einfluss auf Gesundheit, Sicherheit oder Finanzen der Nutzer haben. Also etwa Gesundheitsratgeber, finanzielle Services, Onlineshops oder Rechtsberatungen. Für diese gelten besondere Anforderungen an Content-Qualität, Reputation und das Impressum.

Zu Zwecken der Webseitenbewertung wird zwischen Main Content, Supplementary Content und Ads entschieden. Der Main Content bezeichnet den Teil einer Page, der der Erfüllung des Nutzerinteresses dient. Supplementary Content sind zum Beipiel Navigationselemente, unter Ads werden alle Elemente zusammengefasst, die der Monetarisierung dienen.

Grundsätzlich stellt das Vorhandensein von Ads kein Qualitätshindernis dar, jedoch dürfen diese nicht vom Main Content ablenken oder das Nutzungserlebnis verschlechtern.

Ein wichtiges Kriterum zur Qualitätsbewertung ist ein aussagekräftiges und dem Zweck der Seite entsprechendes Impressum. Es muss klar angezeigt werden, wer für die Inhalte der Seite verantwortlich ist.

Ebenso wird überprüft, ob die Links auf der Seite funktionieren und tatsächlich zu den angegebenen Zielseiten führen. Sogenannte Sneaky Redirects führen zwangsläufig zu einer niedrigen Qualitätsbewertung.

Im Falle der Bewertung von mobilen Seiten tritt neben das Quality-Rating noch die sogenannte Needs-Met-Bewertung. Hierbei steht die Suchintention im Mittelpunkt. Gerade bei uneindeutigen Suchanfragen muss abgewägt werden, was genau der Suchende wissen will und in welchem Grad das Ergebniss dieses Wissensbedürfnis befriedigt.

 

SEO mit dem Frosch: Screaming Frog

In der ersten Session nach dem Mittagessen zeigte dann unser Senior Consultant Optimization, Gustav Kemter, was alles mit dem Crawler Screaming Frog möglich ist.

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Die Folien findet Ihr hier:

Der Raum platzte aus allen Nähten und am Ende gab es langanhaltenden Applaus für Gustav.  

 

Content Kannibalisierung & Interne Relevanzprobleme

Sören Bendig von SEOlytics zeigte in seinem Vortrag anhand vieler Beispiele, wie Relevanzprobleme erkannt und aufgelöst werden können. Angesichts immer größerer Contentmengen auf Websites ist das Thema Kannibalisierung wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vieler SEOs gerückt.

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Welche Arten von Relevanzproblemen treten am häufigsten auf

Relevanzprobleme können sowohl zwischen verschiedenen Domains wie auch zwischen Subdomains auftreten. So kann eine fehlerhaft hreflang-Implementierung dazu führen, dass Google nicht weiß, welche von mehreren Schwesterdomains in welchem Land indexiert werden soll. Auf der Verzeichnisebene kommt es häufig zu Überschneidungen zwischen Produkt- und Content-Seiten.

Wie können Relevanzprobleme erkannt werden?

Die häufigsten Sympotme von Relevanzproblemen sind Mehrfachrankings und Pfadwechsel. Um diese zu erkennen ist es nötig, historische Rankingdaten auf Tagesebene zu betrachten. Hier wird dann deutlich, ob Google die Relevanz verschiedener Seiten gegeneinander testet, indem abwechselnd Positionen getauscht werden.

Mehrfachrankings innerhalb der Top-20 Ergebnisse stellen nicht immer ein Problem dar. Hie rmuss ein SEO genau abwegen, ob eine Auflösung sinnvoll ist. Wird bereits die Top-Position eingenommen, sind Mehrfachrankings in der Regel positiv zu bewerten. Ranken jedoch mehrere Seiten auf Schwellenpositionen, kann die Auflösung von Mehrfachrankings zu einem Boost von mehreren Positionen sorgen.

Was tun bei Relevanzproblemen

Das grundsätzliche Ziel ist es, den Einstieg über die SERPs zu kontrollieren. So wollen Onlineshops für Moneykeywords eher mit Produktseiten als mit Magazinseiten ranken. Hierzu können verschiedene Maßnahmen genutzt werden.

So ist es möglich, durch gezielten Backlinkaufbau oder über die interne Verlinkung die Autorität einzelner Seiten gezielt zu erhöhen. Auch die Zusammenlegung von Seiten kann Mehrfachrankings auflösen.

Eine drastischere Lösung stellt die Nutzung von Weiterleitungen oder die Deindexierung einzelner Seiten dar. Hierbei muss jedoch der Einfluss auf andere Rankings beachtet werden.

 

Hands On Workshop – Siteclinic live

Den Abschluss des ersten Tages der SEO-Campixx bildete Marcus Tandler von OnPage.org mit einer Live-Siteclinic. Der größte Raum der Campixx war schon 15 Minuten vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt.

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Die wohl wichtigste Aussage, die Tandler immer wieder betonte, ist, dass Weniger heutzutage oftmals mehr ist. Zu jeder Seite sollten folgende drei Fragen beantwortet werden:

  1. Braucht der Nutzer diese Seite?
  2. Soll diese Seite ranken?
  3. Muss diese Seite im Index stehen?

Die grundlegende Überlegung hierbei ist es, dem Panda möglichst wenig Futter in Form von Seiten mit Thin-Content zu bieten. Tandler tendiert hier zu einer rigorosen Löschung von Seiten, die weder dem Nutzer noch der Domain weiterhelfen. Wie er es bezeichnet: „Mit dem Stahlbesen aufräumen!“

 

99 Tips zur Conversionoptimierung

In der ersten Session am Sonntag nahm Nils Kattau von LEAP keine Rücksicht auf die vielen von Samstagnacht gezeichneten Gesichter im Publikum und lud zu einem Parforceritt durch die Conversionoptimierung ein.

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99 Tips in 45 Minuten: Ein ambitioniertes Programm! Hier alle Tips widerzugeben würde den Rahmen eines ReCap sprengen. Zusammenfassend standen folgende Bereiche im Mittelpunkt:

  • Skimmbarkeit von Landing Pages erhöhen
  • Vertrauen durch Deutlichkeit aufbauen
  • Psychologische Trigger einsetzen
  • Das mobile Umfeld beachten
  • Testen, testen, testen!

 

Welche Links knallen noch?

Dieser Frage ging Christoph Szepanski in seinem Vortrag auf den Grund.

Ein ausgeglichenes Linkprofil verfügt über Links verschiedenster Arter. Dazu gehören Links aus Verzeichnissen, Pressemitteilungen und vielen anderen Quellen. Den Referenzrahmen bildet hierbei das Wettbewerbsumfeld.

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Doch welche Links sorgen heute tatsächlich noch zu Rankingboosts? Szepanski hat hierzu eine These aufgestellt: Der beste Link ist der, der auch tatsächlich geklickt wird!

Ob auch Google so denkt, ist zwar nicht sicher, jedoch deuten einige Indizien hierauf hin.

Daraus folgt, dass Links von Domains, die lediglich dem Linkaufbau dienen, keine große Wirkung haben. Vielmehr sollten lieber weniger, dafür hochrelevante Links aufgebaut werden, die tatsächlich Traffic liefern.

 

Interne Verlinkung und die Graphentheorie

Für SEOs besteht das Internet aus URLs und Links. Aus mathematischer Sicht entspricht dies den Knoten und Kanten der Graphentheorie. So lassen sich Links als gerichtete und gewichtete Kanten in einem Netzwerk aus Knoten (URLs) verstehen.

Und in derartigen Netzwerken können verschiedenste Zentralitäten berechnet werden.

Die Indegree-Zentralität etwa gibt an, wieviele Links auf eine Seite zeigen, die Outdegree-Zentralität, wieviele von ihr wegführen. Auch Eigenvektor-Zentralitäten lassen sich berechnen. Hierzu zählen der Metriken wie PageRank oder CheiRank.

Für Sebastian Erlhofer jedoch ist einer der wichtigsten Werte die sogenannte Betweenness-Zentralität. Diese gibt an, wieviele Verbindungen über einen Knoten laufen und was passiert, wenn dieser wegfallen würde.

Zur Berechnung dieser Werte empfiehlt Erlhofer das kostenlose Tool Gephi. Es bietet auch die Möglichkeit zur Visualisierung von Netzwerken.

In einem SEO-Experiment konnte Erlhofer zeigen, dass unter den definierten Testbedingungen keinesfalls die URL mit dem höchten PageRank oder der höchsten Indegree-Zentralität, sondern eben die mit der höchsten Betweenness-Zentralität die Top-Position einnahm.

Dieses Ergebnis lässt die Rolle von ausgehenden Links wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. 

 

Fazit

Die diesjährige SEO-Campixx konnte wieder einmal mit einer einmaligen Atmosphäre aufwarten. Die Mischung aus Konferenz und Barcamp ist erneut voll aufgegangen, sodass weder die fachlichen Vorträge noch das Rahmenprogramm oder das Networking zu kurz kamen.

Am Ende sind wir erschöpft, haben aber auch viel gelernt, neue Impulse erhalten und tolle Bekanntschaften gemacht.

 

Zum Weiterlesen

Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die einen ReCap von der Campixx geschrieben haben. Hier sind einige Links zu weiteren Zusammenfassungen, damit Ihr Euch ein noch besseres Bild von der Veranstaltung machen könnt:

Falls Ihr auch etwas über die Campixx geschrieben habt und in diese Liste aufgenommen werden möchtet, meldet Euch einfach bei mir.

 

Dieses ReCap wurde verfasst von Laura Rademacher, Katrin Schaefer und Vincent Dombrowski

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Laura Rademacher
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