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Recap Publisher Business Conference 2017


Recap Publisher Business Conference 2017
14 Jul 2017

Bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm – getreu diesem Motto ging es bereits um 6:30 mit dem Zug von Berlin aus nach Hamburg um pünktlich um 9 Uhr bei der Publisher Business Conference 2017 im Gastwerk Hotel zu sein. Nach einem Willkommensdrink, ging die Veranstaltung mit ca. 30 Min Verspätung los. Trotz Feiertag (Frohnleichnam) war der Andrang groß – ca. 300 Teilnehmer, hauptsächlich aus Hamburg und Berlin.

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Publishing house 2.0 – Wie im Schatten OMR ein neuer Verlag entsteht

Philipp Westermeyer startet als erster Speaker mit einer spannenden Präsentation zum OMR. Mit OMR versuchen sich die Veranstalter eher als Plattform zu verstehen – nicht nur als eine reine Konferenz. Auch Publisher sollten eher als Plattform agieren. Wichtig sei die Präsenz über das ganze Jahr hinweg, sodass die Einladung zur OMR dann eigentlich wie eine „Einladung zur Küchenparty“ rüberkommen soll, die dann einfach zum alljährlichen Zusammentreffen lädt. Früher (in der Zeit der reinen Printwelt) hatte man nur einmal die Woche die Chance Endkunden zu erreichen. Nun ist es jederzeit möglich.

westermeyer-omr

Neue spannende Publisher, die man laut Philipp im Auge behalten sollte:

  • Bustle (https://www.bustle.com)
  • The Information (https://www.theinformation.com)
  • Axios (https://www.axios.com)
  • Cheddar (https://cheddar.com)
  • Group nine media (https://www.groupninemedia.com)
  • Quartz (https://qz.com)
  • The Ringer (https://theringer.com)
  • BoF (https://www.businessoffashion.com)

Native Advertising: Heilsbringer der Publisher oder Untergang des unabhängigen Journalismus?

Daniel Horzetzky, Managing Director bei Brandkizz, erzählte uns, dass die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen von 12 auf 8 Sekunden gesunken (Goldfisch ist bei ca. 9 Sekunden) ist und wir im Zeitalter des digitalen Darwinismus angekommen sind – Publisher müssen sich immer wieder neu erfinden und neue Formate schaffen, um die Aufmerksamkeit zu behalten. Seine Empfehlung war für Publisher:

Dann hat Martin Durst (Leitung Marketing und Vertrieb beim FC St. Pauli) in einem Gespräch dargestellt, wie St. Pauli sich als Publisher versteht und zwischen der eigenen Vermarktung bzw. Sponsoring und dem Anspruch Anti-Kommerziell zu sein umgeht. Grundsätzlich wäre dies nicht so leicht aber man muss der Identität treu bleiben und Werbetreibende müssen sich mit der Plattform identifizieren und ihre Markenbotschaft entsprechend anpassen.

Nach einem Vortrag von Plista (Katharina Loukidis) zu den neuen Trends im Bereich Video-Ads und Einblicken in das Geschäft von News-Aggregatoren wie News Republic (David Finch, Cheetah Mobile) wurde das Thema Header Bidding behandelt und diskutiert: Mario Gebers (Open X) gab einen kurzen Einblick, wie das Header Bidding entstanden ist und welche Vorteile es für die Publisher bringt, ihr Inventar noch besser zu monetarisieren.

Im darauffolgenden Panel, welches von Thomas Promny moderierte wurde, ging es um die Frage ob Programmatic Advertising der Tod des klassischen Vermarkter ist. Grundsätzlich nimmt durch die Automatisierung die Bedeutung des Vermarkters im klassischen Sinne ab. Dafür wird er immer mehr als technischer Berater und Enabler gefordert sein. Die Vermarktung von Publisher-Daten ist weiterhin schwierig.

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Bei einem späten (14Uhr), aber sehr leckeren Mittagessen, konnte man sich dann noch mit den Teilnehmern genauer in der Sonne austauschen, bevor es mit den nächsten Vorträgen weitergehen sollte.

Spiegel Online – Ein Startup im Wandel der Zeit

Unter dem Titel „20-jähriges Start-Up im Wandel“ stellte Jesper Doub (Geschäftsführer Spiegel Online und Spiegel TV) unterhaltsam und eindrucksvoll dar, wie sich Spiegel Online immer wieder mit neu erfunden hat. Mit Screenshots aus den vergangen Jahren über den Server-Absturz am 11.09.2001 (bei einem mit heutigen Maßstäben verglichen kleinem Traffic-Volumen) bis hin zur intern hart diskutieren Einführung einer Top-Navigation im Jahre 2007.

Neben Experimenten von Trends wie z.B. Snapchat, testet das Verlagsaus auch immer wieder Formate wie aktuell „Spiegel Daily“, bei dem es darum geht, dem User komprimiert News auf Spiegel Niveau bereitzustellen. Zudem haben sie es, trotz Skepsis innerhalb des Verlags, gegenüber Artikeln wie „Warum dicke Männer auch guten Sex haben“ eine Plattform wie bento.de erstellt, welches innerhalb von 18 Monaten profitabel läuft. Als große Herausforderung sieht er auch das Thema Datenschutz durch die mögliche ePrivacy-Verordnung der EU, die zum 25. Mai 2018 in Kraft tritt.

10 Wünsche an Publisher und rechtliche Fragen bei Influencer Marketing

Beim nächsten Vortrag ergriff ein Werbetreibender das Wort. Per Ledermann stellte offen und ehrlich seine Wünsche an digitale Publisher dar. Basierend auf den Erfahrungen, die sie u.a. am Beispiel der Einführung ihres neuen Nagellacks gemacht haben, formulierte er folgende Wunschliste an Publisher und Agenturen:

  1. Versteht unsere Markenstrategie
  2. Helft uns bei der Formulierung konkreter Ziele
  3. Bedient unsere Zielgruppe(n)
  4. Liefert genaue Daten & Fakten für die Buchungsentscheidung
  5. Liefert konkrete Vorgaben für die Umsetzung
  6. Reported während der Kampagne
  7. Optimiert kontinuierlich
  8. Lasst euch auf performance-/ erfolgsabhängige Vergütungsmodelle ein
  9. Es muss sich beidseitig lohnen
  10. Bitte redet auf Augenhöhe mit uns

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Auch das aktuell oft diskutierte Thema des Influencer Marketings hielt auf der Konferenz Einzug. In einem Interview mit Deutschlands härtestem Coach Seyit und Top-Influencerin „fit-trio“  (Louisa Dellert), wurde ganz offen über Erfahrungen der beiden und auch Verdienste gesprochen. Grundsätzlich sei Authentizität das Wichtigste in diesem Bereich. Im folgenden Podiumsgespräch wurden auch rechtliche Fragen geklärt (z.B. wann muss ich Werbung kenntlich machen und vor allem wie). Das Thema ist mittlerweile so wichtig geworden, dass sich ein Bundesverband Influencer Marketing (BVIM) gegründet hat, um grundsätzliche Standards für Werbetreibende und Influencer zu schaffen.

Fazit

Alles in allem war es ein sehr gelungenes Event mit kleineren Startschwierigkeiten (was die Zeitpläne anbelangte). Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung der Reihe im nächsten Jahr!

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John Murawa
John Murawa

Team Lead Media Buy