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Recap Analytics Summit 2017


Recap Analytics Summit 2017
13 Nov 2017

Der diesjährige Analytics Summit stand ganz im Zeichen von Data Science, Attribution und Data Warehouse. Auf drei Sälen verteilt fanden dieses Jahr wieder eine Menge interessanter und spannender Vorträge rund um Google Analytics statt.

What Search Data can teach us about the offline world

Dave Barney

Die Einleitung machte Dave Barney von Google. Er zeigte u.a. auf was mit Google Trends alles möglich ist, gerade im Bereich Real Time Analyse. Als Beispiel zeigte er hierbei einen Echtzeitreport, anhand von Vorschaueinblendung im Fernsehen auf. So wurde ihm in der Werbung eine Vorschau über ein Musical angezeigt und kurze Zeit später wies er anhand von Google Trends eine deutliche Steigerung der Suchanfragen zu diesem Event nach.

Mit Hilfe dieser Eindrücke können die Erkenntnisse gerade im Bereich der Suchmaschinenwerbung hinreichend genutzt werden, um zum Zeitpunkt der Werbeausspielung im TV die eigenen SEA-Anzeigen darauf zu optimieren.

Weiterhin machte er deutlich, dass das Nutzerverhalten im Bereich Einkauf immer noch in Richtung Offline-Aktivität geht. Nutzer informieren sich immer noch mehrheitlich im Internet über verschiedenen Produkte, kaufen dieser später aber weitestgehend nach wie vor lieber persönlich im Geschäft.

Hier verwies er auf eine Kooperation mit der Telekom zum Offline Tracking im stationären Handel, bei der Besucher gezielt über ihre Smartphones angesprochen werden, wenn sie sich wieder in der Nähe der jeweiligen Geschäfte befinden.

 

Hack your Analytics – 11 Tipps für ein besseres Analytics

Seit seinem Gewinn der letztjährigen Analytics-Challenge darf Michael Janssen von Zedwoo bei so einer Verantstaltung natürlich nicht mehr fehlen. In seinem diesjährigen Vortrag zeigte er 11 wertvolle Tipps im Umgang mit Google Analytics.

Michael Janssen

Tipps in diesem Vortrag waren u.a.:

  1. Conversiondiebe ausschließen

Jeder, der einen Online-Shop betreibt, kennt es. Man möchte seinen Kunden Alternativen für die Bezahlung bereitstellen. Das könnten sein, „PayPal, Kreditkarte, Sofortüberweisung, etc.“. Benutzt der Kunde beim Bezahlen das System PayPal, kann es hier sehr schnell passieren, dass die gemessene Conversion nicht dem jeweiligen Kanal zugeordnet wird, sondern PayPal hier der Referrer ist.

Eine Lösung hierfür wäre bspw. den Referrer einfach zu löschen, so dass derjenige des ursprünglichen Kanals bestehen bleibt.

  1. UTM Parameter aus der Klick-URL entfernen

Jeder, der schon mal mit UTM Parametern gearbeitet hat, weiß, wie lang dadurch manchmal eine URL werden kann. Mit Hilfe einer einfachen Funktion können diese Parameter im Bruchteil einer Sekunde direkt nach dem Laden des Analytics Codes wieder entfernt werden, so dass der Besucher eine URL sieht, ganz ohne Parameter und die gewollte Kampagnenzuordnung im Analytics Konto trotzdem durchgeführt wird.

  1. Das Problem mit dem internen Traffic

Auch dieses Problem ist bei Website-Betreibern nicht unbekannt. Gerade in größeren Unternehmen kommt es häufig vor, dass die Mitarbeiter während der Arbeit immer wieder auf die eigene Firmenwebsite gelangen. Auch zu Testzwecken, um sich bspw. eine Vorschau anzuzeigen, wenn Beiträge veröffentlicht werden sollen, gelangen bei dieser Problematik interne Nutzer immer mit in die Statistik der eigenen Website.

Durch die Einführung der IP-Anonymisierungs-Pflicht ist dieses Problem nicht einfacher geworden. So ist die Filterfunktion seit der Einführung dieser Pflicht hinfällig, da bei der Anonymisierung das letzte Oktett gelöscht wird und Google Analytics somit nicht mehr in der Lage ist, die IP genau zuzuordnen.

Eine vollständige IP lautet:

213.61.118.198

 

Nach der Anonymisierung sieht diese jetzt so aus:

213.61.118.0

 

Dementsprechend muss hier eine andere Lösung her. Es gibt an dieser Stelle drei Möglichkeiten:

  • Traffic über eine interne Seite auszuschließen
  • Gesamte C-Class ausschließen
  • Eine HTML-Datei zu erstellen, die jeder Mitarbeiter 1x öffnen muss

Anhand der letzten Variante kann bspw. eine benutzerdefinierte Dimension an Analytics übergeben werden, die dann via Datenansichtsfilter ausgeschlossen wird. Das waren nur 3 von 11 sehr hilfreichen Tipps, welche sich sehr schnell und mit relativ wenig Aufwand umsetzen lassen.

Weitere waren auch:

  1. Überprüfung des Trackingcodes auf allen Seiten mit Hilfe von externen Tools
  2. Bessere Analyse der Referrer
  3. Click here – Last Click Model – Non-Direct – Analytics
  4. Analyse der Fehlerseiten
  5. Kostenanalyse richtig einsetzen
  6. Use SSL
  7. Benutzerdefinierte Daten in der URL vermeiden
  8. Zielvorhaben nutzen, sonst macht Analytics keinen Sinn

 

Data Science: From Zero to Hero

Ein weiterer, spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Vortrag kam von David Kriesel. Er analysierte die Beiträge vom Spiegel seit 2012 und gab seinen Zuhörern auf interessante Art und Weise seine Erkenntnisse in seinem Vortrag über die gewonnenen Daten.

David Kriesel

So bekam er nur anhand der Meta-Daten der einzelnen Beiträge viele Erkenntnisse über die Autoren. Wann, wer und wie häufig etwas veröffentlicht hat. Auch die jeweiligen Textlängen und Anpassungen im Nachhinein spielten bei der Analyse eine Rolle.

Natürlich wollte er nicht nur die Autoren dabei analysieren, sondern bekam auch wichtige Erkenntnisse darüber, über welche Themen am meisten und am intensivsten geschrieben wurde. Welche Unterschiede gab es bei der Textlänge, bspw. nach Uhrzeit. So kam er zu dem Entschluss, früh am Morgen sind die Artikel viel länger als tagsüber, aber die Anzahl der veröffentlichen Beiträge steigt dafür im Laufe Tages.

Solche Daten könnten auch gut für die eigene Contentproduktion im Hinblick zur Konkurrenz genutzt werden. So könnte man bspw. analysieren über welche Themen häufiger geschrieben wird und über welche nicht. Werden vielleicht sogar wichtige Themen von der Konkurrenz gar nicht erst angesprochen? Wann ist der perfekte Veröffentlichungszeitpunkt, um möglichst viele Nutzer aus der eigenen Zielgruppe anzusprechen?

 

Fazit

Mein Eindruck zum diesjährigen Analytics Summit ist erneut sehr positiv. Der Austausch mit anderen und die Erkenntnisse durch die Vorträge zeigten mir auch beim erst zweiten Besuch, dass es immer wieder Sachen und Möglichkeiten gibt, aus den gewonnen Daten noch mehr herauszuholen und diese noch effizienter einzusetzen. Nicht nur das Essen war wie immer sehr lecker, auch die Konferenz an sich zeigt immer wieder, dass ein immer wiederkehrender, alljährlicher Besuch sich für jeden Analytics Anwender definitiv lohnt.

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Ronny Brockauf
Ronny Brockauf

Junior Digital Marketing Manager - Online Analysis