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Kochen mit Lidl – Gutes Content Marketing mit Rezepten


Kochen mit Lidl – Gutes Content Marketing mit Rezepten
27 Feb 2014

Die Schilder von Lidl und anderen Discountern prangen mittlerweile an vielen Ecken. Ihr Pappkisten-billig-und-qualitativ-schlecht-Image haben sie aber schon lange abgelegt. Bei Lidl gibt es inzwischen Bioprodukte, genau so wie bei Kaisers.

Mit wöchentlich wechselnder Aktionsware haben sich die Discounter einen treuen Kundenstamm aufgebaut. Selbst Reisen werden mittlerweile angeboten. Preiswert heißt eben nicht unbedingt, dass die Qualität darunter leiden muss. Lidl folgt diesem Credo nun auch mit seiner Content Marketing Strategie.

Nur duch Zufall habe ich neulich entdeckt, dass Lidl auf seiner Homepage nicht nur die neuesten Angebote bewirbt, sondern tatsächlich auch guten Content bietet. Ein Plakat neben dem Lidl-Markt hat mich darauf hingewiesen.

Zugegeben, der Online-Shop ist auf den ersten Blick fast zu viel für Auge und Gehirn. Zu viele Produkte, zu viele Deals, Prozente und Informationen. Der Schwerpunkt liegt ganz eindeutig auf der Werbung für die Produkte und der Ankündigung der kommenden Aktionen. Lidl ist das Paradies für Schnäppchenjäger.

 

Die Lidl-Rezeptideen

Nachdem sich meine Augen ein wenig an die Flut gewöhnt haben, halte ich nach den auf dem Plakat beworbenen Rezeptideen Ausschau. Nach kurzer Suche finde ich sie und ich bin überrascht, denn die Rezeptvielfalt ist wirklich groß. Zusätzlich gibt es passend zur Saison ein Special. Aktuell ist es die Faschingszeit.

Untergebracht sind die Rezeptideen auf einer eigenen Domain: www.lidl-kochen.de. Die Bilder der Pfannkuchen, Zitronenbrezeln, Muffins und anderen Leckereien lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Praktsicherweise sind schon auf der Übersichtsseite Bewertungssterne und Zubereitungszeit in Minuten angegeben.

Beim Layout hat man sich hier auf das Wesentliche konzentriert. Das bewahrt die Übersichtlichkeit. Neben dem Special gibt es ein großes Archiv an wirklich vielfältigen und raffinierten Rezepten. Traditionelle und internationale Rezepte aus den verschiedensten Regionen machen Lust zum nachkochen, -backen, -braten. Selbst ein Rezept für eine Hochzeitstorte wird angeboten.

Die textliche Anleitung für die Zubereitung könnte etwas ausführlicher sein, ist aber grundsätzlich ausreichend. Die Einkaufsliste der Zutaten lässt sich als Mail versenden, ausdrucken oder per Social Media teilen. Neue Inspirationen gibt es auch per Newsletter. Eine mobile Version wurde ebenfalls umgesetzt.

Für einige Rezepte gibt es auch Videoanleitungen. Die Einleitung zu Beginn jedes Videos ist etwas „anstrengend“, vor allem dann, wenn man davon ausgeht, dass man sich vielleicht mehr als nur eines der Videos ansehen möchte.

  

 

Auf Rezeptideen setzen natürlich auch andere Unternehmen. Die US-amerikanischen Discounterkette „Save al lot“ legt ihren Schwerpunkt dabei jedoch sehr auf den Discount-Charakter. Die Rezepte sind eher simpel und beziehen sich hauptsächlich auf die Produkte, welche für das Rezept benötigt werden. Diese können hier gleich online bestellt werden.

 

Bei diesem Vergleich liegt Lidl trotzdem eindeutig vorn. Interessant ist vor allem die unterschiedliche Herangehensweise bzw. der Aufbau verschiedener Images. Während man bei Save al lot gerade den Discount-Charakter in den Vordergrund stellt, wird dieser bei den Lidl-Rezept-Idenn nur ganz unterschwellig erwähnt („So lecker ist günstig.“).

Kochen mit Kolja

Lidl hat noch eine zweite Rezeptseite im Repertoire. Auf Koljas Lieblingsrezepte werden Gourmetrezepte vom prominenten Koch Kolja Kleberg präsentiert. Neben ausführlichen Anleitungen, Zubereitungsvideos und einer Weinschule gibt es hier auch allgemeine Küchentipps.

In regelmäßigen Abständen erscheint außerdem eine Printausgabe, welche kostenlos in den Filialen ausliegt. Die Rezepte sind etwas aufwändiger, dementsprechend ist auch die Umsetzung der Seite ein wenig mehr auf „Hochglanz“ getrimmt. Koljas Rezepte haben Magazincharakter und wirken im Vergleich zu den „Lidl-Rezeptideen“ irgendwie „herzlicher“ und einen Tick einladender.

 

 

Guter Content…

… braucht nicht vesteckt zu werden! Beide Rezeptwelten haben unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient. Die Genussrezepte werden auf der Lidl-Homepage zumindest zwischendurch in einem Slider angepriesen. Die Lidl-Rezeptideen bewirbt man hingegen nur ganz klein, unten rechts auf der Lidl-Homepage. Schade!

Grundsätzlich ist die Erwartungshaltung der Kunden sicher dahingehend richtig einzuschätzen, dass sie sich in erster Linie über kommende Aktionen etc. informieren wollen, wenn sie die Homepage besuchen. Trotzdem sollte Ihnen guter Content nicht dadurch vorenthalten werden, dass er zwischen den Aktionen und Rabatten untergeht. Die Plakatwerbung ist ein Anfang, aber auch die Homepage bietet viel Potential, um dieses Angebot mehr ins Rampenlicht zu stellen.

 

Lidl versteckt noch mehr

Die Rezepte haben mich angestachelt. Vielleicht hat Lidl ja noch mehr zu bieten? Tatsächlich! Hinter dem nüchtern klingenden Menüpunkt „Informationen“ versteckt sich unter anderem ein Ratgeber. Hier gibt es Tipps rund um die Lidl-Welt, aber auch darüber hinaus. Unter anderem findet sich ein Tool, um die eigene Lidl-Kleidergröße zu berechnen. Insgesamt sieben Themen machen den Ratgeber aus.

Die darin ethaltenen Tipps sind durchaus nützlich und interessant für den (potentiellen) Kunden. Ein Weinratgeber mit wissenswerten Basics ist ebenfalls Bestandteil des Ratgebers. Die Themenauswahl ist gut, aber ist bisher etwas dünn. Das hat einerseits Potential bestärkt mich aber andererseits auch in meinem Empfinden, dass Lidl Wert auf Qualität statt Quantität legt.

 

 

Social Media

Lidl ist aktiv auf Youtube, Facebook, Twitter und Google+. Die letztgenannten drei Kanäle werden mit den gleichen Inhalten bespielt. Regelmäßig (mehrmals täglich) präsentiert „Jessica“ neue Aktionen, Gewinnspiele und versucht zwischendurch zur Interaktion anzuregen. Kunden nutzen den Facebook-Account auch um Kritik an Produkten oder anderen Themen zu üben. Der Dialog ist gut und stärkt die Kundenbindung. Die Nutzung eines eigenen Charakters (Jessica) ist sicher von Vorteil. Das weckt Vertrauen bei den Kunden und hebt die Interaktion auf eine eher persönliche Ebene.
Vom Gehalt her ist der Content nicht unbedingt auffallend kreativ, was die Kunden jedoch nicht wirklich zu stören scheint, wie man an den positiven Zahlen bei Twitter, Facebook und Google+ sehen kann. Im besten Fall müsste jeder Social-Media-Kanal mit einem eigenen Konzept versorgt werden. Lidl zeigt, dass es auch mit einer Strategie für alle Kanäle funktionieren kann.

 

 

Fazit

Lidl hat mich mit seinen guten Inhalten wirklich überrascht. Sie sind zielgruppengerecht und passen zum Unternehmen. Die Rezeptwelten sind sehr gut gemacht, ansprechend umgesetzt und regen zur eigenen Umsetzung an. Lidl bietet seinen (potentiellen) Kunden echten Mehrwert und einen tollen Service, der das Niveau des Discounters anhebt und somit auch Potential hat, um das Image zu stärken.

Großer Kritikpunkt: Der Content wird zu sehr versteckt. Sicher könnte der Discounter mit seiner Strategie noch erfolgreicher sein, wenn er sein Content-Angebot besser platzieren würde. Insbesondere die Rezeptideen könnten viel mehr in den Vordergrund gestellt werden und beispielsweise auf den Social Media Kanälen besser präsentiert werden.

Das beste Beispiel bin ich, denn ich werde garantiert wiederkommen und einige der Rezepte ausprobieren.

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Ulrike Takacsy

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