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Campixx:Week 2015 – Recap Creativity Day


Campixx:Week 2015 – Recap Creativity Day
11 Mrz 2015

Heute ist Tag 3 auf der Campixx:Week 2015 und der steht ganz im Zeichen der Kreativität. Die Marketingkonferenz am Müggelsee bietet im Vorfeld der SEO Campixx eine große Bandbreite an Vorträgen und Workshops rund um Online- und Offlinemarketing an, um so neue Denkansätze und Strategien für ein erfolgreiches Marketing hervorzubringen.

Am Creativity Day gab es dazu Beiträge über Kreativitätstechniken, Mindsets, Gamification und deren Umsetzung in Guerilla-Marketing-Aktionen. Daraus ergab sich eine fundierte inhaltliche Wissensgrundlage für alle diejenigen unter den Marketeers, die nach neuen Wegen und Ideen in ihrem jeweiligen Fachgebiet suchen.

Gute Ideen sind kein Zufall – Woher kommen und wohin gehen sie?

Christoph Burkhardt, Kognitionspsychologe und Berater aus San Francisco berichtete darüber, wie eine Idee in unseren Köpfen entstehen kann. Aber noch viel wichtiger ist, wie wir uns immer wieder selber behindern unsere Kreativität auszuleben und somit verhindern, dass neue Ideen und Innovationen daraus entstehen.

Kernpunkt dabei ist eine falsche Vorstellung der Menschen vom Entstehungsprozess einer Innovation, denn wie die Historie zeigt, sind gute scheinbar „revolutionäre“ Innovationen nicht das Ergebnis eines einzigen genialen Gedankenblitzes, sondern das Ende einer langen evolutionären Entwicklung.

„Evolution statt Revolution“ ist das Keyword zum Erfolg. Von 100 Ideen sind 99 schlecht und nur eine einzige ist dann so bahnbrechend, dass sie ganze Märkte revolutionieren kann, wie es z.B. bei Uber oder Netflix geschehen ist.

Die Entwicklung von Netflix zeigt auch, dass „Full Stack“-Innovationen, die einen gesamten Prozess, hier den Videoverleih, umkrempeln, größeren und nachhaltigeren Erfolg auf dem Markt haben. Um aber Ideen für „Full Stack“-Innovationen generieren zu können, muss man über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und vor allem Abhängigkeitsverhältnisse sehen können, zwei Begabungen, die in unserer hoch vernetzten und komplexen Welt immer seltener werden.

Ebenso darf man sich durch den heute hoch volatilen Markt nicht entmutigen lassen. Nur weil der Markt eine Idee heute nicht haben will, heißt das nicht, dass die Idee schlecht ist, es sagt nur aus, das die Idee zurzeit nicht passend ist, in der nahen oder fernen Zukunft kann dies ganz anders aussehen.

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du. -Mahatma Gandhi-

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Bühne frei für gute Ideen – Kreativität als Mindset

Hier gab es Kreativität aus dem Blickwinkel der Improvisations-Schauspielerin Maja Mommert zu erleben, was bedeutete: viel Aktion. Und so wurde in dem Workshop nicht viel auf Stühlen gesessen, sondern ausprobiert. Ziel war es mit Hilfe von 5 Schritten aus der angewandten Improvisation die Weiterentwicklung spontaner Ideen zu fördern und Spaß an gemeinsamer Kreativität zu haben.

Die 5 Schritte wurden nach jeder Erklärung mit einfachen Übungen sofort umgesetzt, um so ein Verständnis zu erleichtern, denn dies kann für eine erhebliche Erleichterung von Kommunikation und Zusammenarbeit sorgen.

CampixxWeek_Creativity_Day_3

Schritt 1: Positive Grundhaltung
„Ja sagen“ und auf etwas Gesagtes etwas eigenes draufsetzen, denn jede Idee ist eine gute Idee.

Schritt 2: Im Moment sein
Über Wortassoziationsketten, die in der Gruppe hin und her wandern, ist man gezwungen ohne nachzudenken sofort zu reagieren, dies überlistet den „Inneren Kritiker“ und setzt kreative Energie frei. Hinzu kommt, dass man zuhören muss, um auf den anderen reagieren zu können.

Schritt 3: Mut zum Risiko
Alle Ideen ohne Angst vor Fehlern aussprechen, denn jede verschwiegene Idee ist eine verpasste Chance. Ohne Mut zum Risiko kommen wir nicht weiter, denn Grenzen machen Spaß.

Schritt 4: Liebe deine Fehler
Aus Fehlern kann man genauso gut lernen wie aus Erfolgen und wenn wir Fehler akzeptieren, haben wir weniger Angst, der Mut zum Risiko steigt und es werden mehr Ideen produziert.

Schritt 5: Lass deinen Partner gut aussehen
Positive Grundhaltung und gute Stimmung im Team fördern das Teamwork und daraus entwickeln sich Ideen.

CampixxWeek_Creativity_Day_2

 

Kreativitätstechniken – Top Ten-Techniken und wie die Ideen aus dem Nichts auftauchen.

Der Vortrag von Andreas W. Tautz bot einen Abriss über unterschiedliche Kreativitätstechniken, die als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht sind, um die eigene Inspiration und Kreativität zu fördern.

Grundtenor dieser Session war, dass man sich bei der Ideensuche nicht von dem leiten lassen soll, was es schon gibt, und dass man erfolgreicher in der Ideensuche ist, wenn man den Mut aufbringt, unkonventionell und verrückt zu sein. „Think outside the box“ ist das Credo, auch wenn die Wirtschaft nüchterne und logische Menschen bevorzugt, da sie kalkulierbarer sind.

Der größte Feind der Kreativität ist der „innere Kritiker“, der uns selber ausbremst, da wir mit neuen Ideen unsere eigene Komfortzone verlassen müssen. Um diesen überlisten zu können, hier eine Auflistung der gängigsten Techniken zur Förderung der Kreativität.

  • Brainstorming
  • Mindmap / Clustering
  • Morphologischer Kasten
  • Osborn Methode
  • Disney Methode
  • Die 635 Methode
  • Kreative Schreibmeditation
  • Umkehrmethode
  • Spekulation
  • Knete
  • Picturing
  • „Los“
  • Alphabetische Techniken
  • Das 6 Hüte System nach Edvard de Bono

Welche dieser zahlreichen Techniken passt, hängt jeweils vom Charakter der Teammitglieder und der Aufgabestellung ab. Grundlegend wichtig ist es offen und wertungsfrei auf neuen Ideen zu zu gehen, andere Perspektiven zu suchen und sich von der Norm zu lösen. Denn das Normale ist der Tod jeder kreativen Idee.

Gamefication als Marketing-Instrument

SEO, Programmierer und Zocker Julian Cordes erzählte in seinem Vortrag über die unterschiedlichen Komponenten der Gamification in der Werbung und deren Erfolge, denn jeder Mensch spielt gerne.

Definition

Laut Wikipedia „bezeichnet man die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“ als Gamification. Dieses Grundprinzip ist nicht neu. Es wurde schon 1912 durch Sammelkarten umgesetzt, aber erst seit 1978 in allen Bereichen des Marketing genutzt.

Zu typischen Elementen der Gamification gehören Fortschrittsbalken, Likes, Bonuselemente und Badges. Aber selbst die tollste Badge bringt nichts, wenn die 3 Grundkomponenten nicht vorhanden sind.

  • Meaning
    Tieferer Sinn oder eine Geschichte, wobei die Selbstoptimierung auch als ein tieferer Sinn gesehen wird, wie der Erfolg von runtastic zeigt.
  • Mastery
    Anspruchsvolle Unterhaltung mit klaren Zielen, die nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht sind
  • Autonomy
    Eigenständiges Handeln der User.

Die Gamification eines Prozesses ist auch immer von einer der drei Zielgruppen (Kunde, Influencer, Mitarbeiter) abhängig und kann dadurch sehr unterschiedlich ausfallen.

Allgemein lässt sich sagen, dass es immer besser ist, wenn die Motivation der Zielpersonen intrinsisch, also aus sich selber heraus erfolgt als extrinsisch durch eine Belohnung. Runtastic z.B. arbeitet mit der intrinsischen Motivation die eigene Fitness zu optimieren und das eigene Wohlbefinden zu fördern aber auch über die soziale Komponente sein Selbstwertgefühl mit anderen zu messen und zu steigern.

Radikale Ideen zu Guerilla-Aktionen

Guerilla-Marketing steht für alternative Werbeformen, taktische Marketing Stunts, die günstig sowie ungewöhlich sind und online durch Viralität eine hohe Reicheweite haben, wie Hendrik Unger im letzten Vortrag des Tages referierte.

Beispiele für erfolgreiches Guerilla Marketing sind Aktionen wie das Weihnachtslied von Edeka oder „Your daily dose of Drama“ von TNT und die im Falle von Edeka zu einer sehr lebhaften Diskussion führte, da dieses Video eher in die Kategorie des „scripted fake reality“ gehören, wo alles bis hin zu den Kunden im Supermarkt geplant und kontrolliert war.

Guerilla Marketing zeichnet sich aus durch:

  1. Marketing Nischen finden und nutzen
  2. Externe Kostenersparnis
  3. Hohe Flexibilität

Guerilla Aktionen und deren Ideen müssen sich nachhaltig in den Köpfen der Menschen und im Internet verankern, um viral zu werden und um einen werbewirksamen Erfolg zu erzielen.

Aber die beste Idee zu einem Guerilla Stunt bringt heute nichts, wenn sie nicht online geht. 95% des Potenzials einer guten Idee sind ohne Online Reichweite verschenkt, denn eine Aktion auf der Straße sehen vielleicht 80 Personen aber ein Video auf Youtube sehen rund 3 Mio. User, wie im Falle der Disney Surprise Shopper Aktion in den USA.

Fazit ist, das eine Guerilla Aktion nicht mehr allein von einer unkonventionellen Idee lebt, welche die Menschen zum Staunen bringt, sondern schon im Vorfeld so geplant sein muss, dass sie online eine hohe Reichweite erlangt.

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Kerstin Reichelt

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