Was bei der Nutzung von Stock-Fotos beachtet werden sollte

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Mai 05, 2015
Mittlerweile gibt es eine Reihe von Stockfotoplattformen, auf die man gerne im Alltagsgeschäft zurückgreift. Der Name "Stock" zu deutsch: "Lager" wird hier vollkommen gerecht. Die dort bereitgestellten Fotos werden von professionellen Fotografen auf Vorrat produziert und können so von Kunden erworben werden. Aus diesen Fotoarchiven wählt man das passende Bild aus, um Beiträgen oder Werbebotschaften den perfekten Glanz zu verleihen. Doch wie steht es eben um diesen Glanz? Welche Vorteile haben Nutzer überhaupt von Stockfotos und welche Nachteile können sich gar aus diesen Angeboten ergeben?

Wir sind diesen Fragen auf den Grund gegangen und wollten außerdem herausfinden, wie "rechtssicher" diese Angebote sind oder welche evtl. möglichen Fallstricke sich sogar für Nutzer bei der Verwendung, insbesondere im Bereich Social Media, ergeben können. Hierzu haben wir sowohl mithilfe von Experten aufschlussreiche Aspekte zur Thematik beleuchtet und gewinnen können als auch die großen Anbieter selbst befragt. Doch dazu später mehr. Wir möchten zunächst einmal beginnen mit:

 

Was spricht für Stockfotos aus Sicht der Nutzer? 

Stockfotos gewähren eine riesige Auswahl an Bildmaterial, um Websites, Broschüren, Dokumente o. ä.  zu verschönern und eine entsprechende Botschaft zu transportieren. Dies bietet auch eine gewisse Flexibilität, denn neben der Auswahl von sogenannten "Abonnementpaketen" können Kunden beispielsweise auch nur einzelne Bilder erwerben. 

Bilder von Fotoanbietern tauchen in der Google-Bildersuche relativ oft auf, wie das folgende Suchergebnis für "restaurant kellnerin" in der Google Bildersuche zeigt:

Screenshot-Google-Suchergebnis-fuer-restaurant-kellnerin

Screenshot Google-Bildersuche "restaurant kellnerin" am 14.04.2015 um 15:45 Uhr

 

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Nicht immer ist genug Budget oder Zeit vorhanden, um Kundenfotos zu bekommen. Stockfotos können hier schnell Abhilfe leisten, um Content und Storys zu visualisieren.
  • Neben Abonnementpaketen können auch oft einzelne Bilder kostengünstig erworben werden.

 

Was spricht möglicherweise gegen Stockfotos? 

Stockfotos spiegeln meist nicht das wahre Leben wider und tendieren oft in ihrem Schein zu einer alles perfekten Welt. Zu viele Botschaften werden nicht richtig vermittelt und zeigen zu viele gut aussehende Menschen. Die Bilder wirken meist unpersönlich.

Wer kennt das nicht, eine typische Situation auf Arbeit - "das wahre Leben":

High_Five_im_Buero


Stock-Models haben diverse "Bilder-Serien" und wirken dadurch unauthentisch:

Businessman__Rido_-_Fotolia.comDoctor__Rido_-_Fotolia.comMechaniker__Rido_-_Fotolia.com

 

 

selbstgemachte Bilder hingegen sind unique, unverwechselbar und authentisch:

Tierarzt Berlin Lichtenberg

  Screenshot tierarzt-berlin-lichtenberg.de (14.04.2015 15 Uhr 22)

 

Ein Fauxpas, der mit Stock-Angeboten entstehen kann und einen unweigerlich mit der Konkurrenz in Verbindung bringt, unterlief beispielsweise der FDP: 

  

 

Zusammenfassend lässt sich sagen: 

  • Stockfotos spiegeln Situationen oft überspitzt dar.
  • Sie haben oft zu viele gut aussehende Menschen.
  • Ein und dieselben Models tauchen in vielen unterschiedlichen Serien auf und wirken oft unpersönlich.
  • Diese Fotografien engen den Spielraum zur Einzigartigkeit erheblich ein.

 

Worauf sollte bei der Bilderauswahl geachtet werden?

Entscheiden Sie sich für Stockfotografien, so sollten Sie einige Punkte bei der Auswahl der passenden Bilder beachten. Im folgenden geben wir ein paar Handlungsempfehlungen, die Sie dabei unterstützen können:
  • Personen sollten nicht direkt in die Kamera blicken:

           Kellnerin_Blick_in_die_Kamera__JackF_-_Fotolia.com

           authentischer hingegen wirkt diese Variante:

           Kellnerin_serviert__JackF_-_Fotolia.com

  • Verwenden Sie möglichst authentische Personen, keine Supermodels
  • Stellen Sie einzelne Personen in den Fokus ihres Kompetenzbereichs, um Aufmerksamkeit gezielt zu schaffen mit der Fähigkeit des Selbstausdrucks
  • Verwenden Sie im Zweifelsfall Filter
  • Greifen Sie nur auf Stockfotos zurück, wenn diese wirklich benötigt werden und nicht nur als "Füller", um die Anforderung ein Bild im Text zu haben, erfüllen zu können - Auch Texte ohne Bilder können überzeugen, nicht immer passen Bilder zu einem Post
  • Modifizieren Sie Bilder, indem Sie bspw. Text im Bild einbauen, um generische Interpretationen einzugrenzen
  • Verwenden Sie nur Bilder, die der Zielgruppe am ehesten entsprechen
  • Werden nur Teilelemente des Bildes benötigt, so stellen Sie auch nur dies in den Fokus anstatt das gesamte Foto 
  • Verwenden Sie Alt-Tags und weisen Sie die Quellen aus
  • Optimieren Sie diese für die Suche (Komprimierung, Dateiname etc..)
  • Messen Sie den Erfolg in der Verwendung von Stockfotos: Kommen diese gut bei den Lesern an, wie sieht das im direkten Verhältnis "gekaufte Bilder vs. selfmades" aus (Kostenverteilung, Likes, Reichweite etc.), welche Bilder konvertieren besser (A/B-Testings) usw.. ?

 

Die äußerst hilfreiche Präsentation von Chris Kubbernus (Digital-Marketing-Leiter bei NORRIQ) liefert Tipps, wie Stockfotos fachmännisch als Augenfang in Szene gesetzt werden können: 

 

Haben Stockfotos einen Einfluss auf das Ranking in der Google Bildersuche?

Matt Cutts (Head of vom Google-Webspam-Team) sagt Nein. Dieser nahm in einem Google Webmaster "help video" Stellung auf eine Frage, in der es darum ging, ob Stock-Fotografien im Gegensatz zu "Original-Fotografien" einen Vorteil im Google-Ranking haben:

 

 

Er wies aber auch zugleich darauf hin, dass es künftig für die Verbesserung der Suchqualität möglich sein kann, original-sites besser ranken zu lassen. Die ältere Aussage vom 17.06.2013 könnte demnach eintreten. Kennt Ihr aktuelle Stellungnahmen indem sich der Suchmaschinenanbieter diesbezüglich äußert? 

Wir haben dazu einige Experten aus dem Bereich der Suchmaschinenoptimierung befragt:

SEO und Stock - Was sagen die Experten?

Hanns Kronenberg von SISTRIX

hannskronenbergPassende und aussagekräftige Bilder können den textbasierten Content unterstützen und den Nutzer somit stärker binden. Auf diese Weise kann man die Shortclick-Ratio reduzieren und sammelt vielleicht auch mehr Links ein. Wenn das gelingt, hilft es sicherlich den Rankings. Dem Ranking-Algorithmus ist es dabei aber wahrscheinlich weitestgehend egal, ob es sich dabei um ein Stockfoto oder ein anderes Bild handelt.  Ich glaube nicht, dass man sagen kann, dass Stockfotos grundsätzlich einen positiven oder negativen Effekt haben. Es kommt immer auf das Gesamtpaket an.

 

Haben Stockfotos einen Einfluss auf das Ranking in der Google Bildersuche / einen direkten (positiven/negativen) Einfluss auf das Ranking von Websites?

Martin Mißfeldt von bildersuche.org

martin-missfeldtJedes (gute) Bild hat einen positiven Einfluss auf das Ranking - sowohl in der Bildersuche als auch für die organische Suche. Ein gutes Bild ist in erster Linie hilfreich für den User: es macht einen Text sympathisch, weckt Neugier, veranschaulicht das Gesagte und erleichtert den Lesefluss. Für Robots wie Google ist es darüber hinaus eine gute Option, die Keyword-Relevanz des Artikels zu stärken / zu konkretisieren (Dateiname, Alt-Text, Bildunterschrift). Man kann einen Inhalt mit mehreren guten Bildern genauso (keyword-technisch) fokussieren wie mit einem Text - idealerweise nutzt man beides. Soweit das Grundsätzliche.                                                 

Bei Stockphotos im Speziellen muss man eine Besonderheit betrachten, die sowohl Vor- als auch Nachteil ist: sie sind bzw ihr Gebrauch ist nicht unique. Und Uniqueness hat bei Bildern zwei Seiten:
Ein Stockphoto kann auf hunderten anderen Seiten verwendet werden. Das ist durchaus ein Vorteil, denn: je öfter ein Bild benutzt wird, desto besser scheint es (in dem jeweiligen Keyword-Zusammenhang) zu sein. Der Nachteil ist nur: Google wird von all den Kopien nur eine in der Bildersuche anzeigen. Und auf welche Seite dann der Link aus der Bildersuche zeigt (und wer damit den Traffic bekommt), bleibt ein Glücksspiel. In Kurzform: Viele Bildkopien sind gut fürs Bild (Google Bildersuche), nicht für eine Seite. 

Andererseits erkennt Google natürlich, wenn viele Bildkopien vorhanden sind. Eine Seite nur mit Stockphotos gewinnt damit keinen Uniqueness-Preis. Es ist eben so wie ein Zitat, das man woanders kopiert hat: nice to have, aber nichts, womit man gewinnt. Qualität erlangt eine Seite (für Google) ja durch das, was sie originär bietet (Alleinstellungsmerkmale). Eigene, neue, für den Bot unbekannte Bilder sind da sicherlich besser als positiver Rankingfaktor geeignet. In Kurzform: eigene, unbekannte Bilder sind nicht unbedingt gut für das Bild, aber viel besser für die Seite (organische Suche).

Sollte man unter Berücksichtigung der Aspekte der Suchmaschinenoptimierung auf die Option Stockfotos zurückgreifen?

Im Hinblick auf die User-Experience sollte man auf jeden Fall Bilder benutzen. Ob es geeignete Stockphotos gibt, hängt immer vom Kontext ab. Man sollte mal einen Blick in die Google Bildersuche machen, ehe man ein Stockphoto ordert: ist das Bild schon vorne vorhanden? Dann ist es zwar für die User scheinbar gut, aber man gewinnt damit nur selten Originalität. Im Gegenteil, es sieht dann eher wie 0815 aus. Nur in sehr wenigen, speziellen Zusammenhängen ist es sinnvoll, einen solchen Eindruck zu erwecken. Besser sind Bilder, die in der Bildersuche noch nicht vorne dabei sind. Man kann mit Search-by-image auch direkt suchen, ob das Stockphoto überhaupt schon woanders benutzt wird (einfach in der Bildersuche auf das Kamera-Symbol im Suchschlitz klicken). In Kurzform: Bilder benutzen: unbedingt! Wenn keine eigenen vorhanden, dann eben gute Stockphotos.

 

Der Umgang mit Stockfotos in der Praxis

Der Umgang mit Bildern kann in der Online-Welt einige Risiken mit sich bringen. Dieser Beitrag soll auch Hilfestellung bieten im Umgang mit gekauften Stockfotos und der Frage auf den Grund gehen, wie man Bilder bei Facebook verwenden kann, um möglichst keinen Ärger zu bekommen.

Zuletzt befeuert durch Medienberichte, indem eine Nutzerin für das Teilen eines Beitrags via "Facebook-Share-Button" abgemahnt worden ist oder nicht, entstand ein öffentlicher Diskurs darüber, was man überhaupt noch im Social Web tun kann oder lieber lassen sollte. Wer sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einzelner Stockfoto-Anbieter ein wenig auseinandersetzt, wird feststellen, dass die Interpretation "Lizenzfreie Bilder" in vielen Fällen kein Freifahrtsschein für uneingeschränktes Handeln und Tun darstellt und schnell für allgemeine Verwirrung sorgen kann. Um in diesem Zusammenhang Antworten auf offene Fragen zu finden, haben wir u. a. die großen Bilderagenturen um Antwort gebeten.

Wir bekamen von allen Anbietern eine schriftliche Antwort. Doch sind die jeweiligen Aussagen der Anbieter wirklich "rechtssicher" oder können sich daraus eventuell mögliche Fallstricke ergeben und wie sieht es nun tatsächlich um die Verwendung der Bilder in der Praxis aus?

Hierzu haben wir unseren Rechtsexperten Dr. Bahr gebeten, die folgenden Aussagen daraufhin zu überprüfen.

 

Wir haben die Anbieter gefragt:

1.) Darf ich gekaufte Bilder auf Facebook nutzen?
2.) Bei den verschiedenen angebotenen Vertragsvarianten: Welcher Vertrag erlaubt die Nutzung auf Facebook?
3.) Was muss ich bei Verwendung beachten; wie darf ich die Bilder nutzen?

 

Wer wurde alles kontaktiert?

dreamstime.com 

fotolia.com

shutterstock.com

gettyimages.de

depositphotos.com

bildagentur.panthermedia.net

  

Die erste Antwort kam relativ schnell von Fotolia innerhalb von 30 Minuten und lautete wie folgt:
"Danke für Ihre Anfrage. Die Verwendung von Fotolia Content im Bereich "Social Media" ist im Rahmen der Standard-Lizenz zulässig. Hier sind lediglich folgende Bedingungen zu berücksichtigen:

Beabsichtigen Sie, Bilder von Fotolia in unbearbeiteter Form (d. h. wie heruntergeladen) auf Social-Media-Plattformen einzusetzen, darf die Auflösung 1000 x 1000 Pixel nicht überschreiten.

Die Auflösung der XS und S Standard-Lizenz ist in ihrer Auflösung für den Einsatz in digitalen Medien optimiert. Beim Speichern Ihrer Dateien haben Sie zudem die Möglichkeit, die Download-Methode "Social Media optimiert (72dpi und © Info)" zu wählen. Die so verfügbare Datei bietet neben der korrekten Auflösung die ebenfalls erforderliche Urhebernennung und Quellenangabe im Bild.

Die lesbare Erwähnung von Urheber und Quelle muss bei dem Einsatz auf Social-Media-Plattformen innerhalb des Bildes erfolgen. Nur so kann weitgehend sichergestellt werden, dass die Nennung auch beim "Sharen" und "Liken" von Beiträgen und Content generell erfolgt."

Die Antwort von Shutterstock lautete wie folgt:

Vielen Dank für Ihre Nachricht.
Unsere Lizenzbedingungen wurden zum 1.4. demhingehend geändert, dass die Verwendung auf Social Media Seiten nun ausdrücklich erlaubt ist.
Die Standardlizenz besagt nun:
"Eine STANDARD-BILDLIZENZ berechtigt Sie zu folgenden Bildnutzungen:
Als digitale Reproduktion unter anderem auf Websites, in Onlinewerbung, sozialen Netzwerken,..."

Es gibt hier keine weiteren Einschränkungen mehr. Die gesamten Lizenzbedingungen können Sie hier nachlesen: http://www.shutterstock.com/de/license 

 

Dreamstime antwortete folgendermaßen:

"Images for Facebook use must be Royalty Free licensed downloads, and can be no larger than 800 pixels in width. Editorial licensed images may not be used at all.  In addition, because of past misuse of images of this nature, images of models may not be used on Facebook."

 

Depositphotos auf die Fragen:

"Wenn Sie Depositphotos-Bilder in Massenmedien verwenden, in einem Blog, einer Webseite oder wie in Ihrem Fall auf einer Facebook Seite veröffentlichen, so ist es im Rahmen einer Standard Lizenz und mit einem Copyright-Vermerk gestattet. Eine Copyright-Nennung in der Form „© Depositphotos.com/Name des Fotografen" im/unter dem Bild oder auch im Impressum wird vollkommen ausreichend sein.

Beachten Sie bitte, dass Bilder, die mit einem "nur für redaktionelle Zwecke geeignet" Vermerk versehen sind, können nur im Rahmen einer redaktionellen Berichterstattung genutzt werden, mit Bezug auf Ereignisse, die berichtenswert oder von öffentlichem Interesse sind. Dies gilt für Webseiten, Zeitungen, Magazine, Bücher etc. Und dürfen unter keinen Umständen als Werbematerial oder als Werbeanzeige eingesetzt werden.

Solange Sie die vorliegenden Bedingungen einhalten, verletzen Sie die Copyright- und Urheberrechte der Autoren nicht." 



Panthermedia schrieb

"Sie können bei uns gekaufte Bilder mit der Standardlizenz zuzüglich der erweiterten Lizenz „Social-Media-Lizenz“ gemäß dem Kunden-Lizenzvertrag Punkt 2.2.3. (a) zum Beispiel auf der Plattform „Facebook“ verwenden. Hierzu sind keine weitere Copyright-Angaben im Bild notwendig. Es gibt von unserer Seite keine Größenbeschränkung, solange sie das erworbene Format nicht übersteigt. Auf Limitierungen auf Seiten des Plattform-Anbieters haben wir keinen Einfluss. Wir empfehlen, nach Erwerb eines Bildes die Datei und den Lizenznachweis lokal zu speichern. So haben Sie für den Fall, dass das Bild von unserer Plattform entfernt wird, den Nutzungsnachweis verfügbar."

 

Gettyimages äußerte sich so:

"1. Ja Sie können Getty Images Bilder - nach entsprechender Lizenzierung - auf Facebook nutzen. 
2. RF Bilder können Sie nach Einkauf räumlich und zeitlich unbegrenzt nutzen.

RM / RR und Editorial Bilder können nur auf Anfrage bzw. mit vorausgegangener Rechteklärung für Social Media genutzt werden.

Hierzu wenden Sie sich bitte an uns falls Sie bei der Online Berechnung „Web – Social Media“ nicht weiterkommen.

3. Bei RF räumlich und zeitlich unbegrenzt. RM/RR und Editorial nur nach Verwendungszweck, Dauer etc."

 

  

Was sagt der Experte für Recht? Anmerkung von RA Dr. Bahr:

Bei der Verwendung von Bildern von Fotostock-Anbietern stellen sich gleich mehrere Fragen:

1. Ist der Fotostock-Anbieter überhaupt berechtigt, mir entsprechende Lizenzen einzuräumen? Und was passiert, wenn er nicht dazu berechtigt ist, ich aber darauf vertraut habe und dann abgemahnt werde?

Die Antwort ist relativ einfach:  Hat der Urheber bzw. Rechteinhaber den Fotostock-Anbieter nicht berechtigt, so erwerbe ich als Kunde keinerlei Nutzungsrechte. Den gutgläubigen Erwerb von Nutzungsrechten im Urheberrecht gibt es nicht. Dies bedeutet nun nichts anderes, als dass ich im Außenverhältnis, d.h. gegenüber dem Urheber bzw. Rechteinhaber, zu 100% hafte. Ich kann nicht einwenden, dass ich gutgläubig auf den Fotostock-Anbieter X oder Y vertraut habe, sondern muss für sämtliche entstehenden Kosten (u.a. Abmahnkosten, Schadensersatz) voll einstehen.

Natürlich kann ich in einem solchen Fall dann Regress nehmen beim jeweiligen Fotostock-Anbieter. Denn mit diesem Unternehmen habe ich ja einen Vertrag, der nicht ordentlich erfüllt wurde. Dadurch ist mir ein Schaden entstanden, den ich ersetzt bekommen muss.

Problem ist hier aber, dass praktisch alle kommerziellen Fotostock-Anbieter  in ihren AGB entsprechende Haftungsausschlüsse oder zumindestens Haftungsbegrenzungen  stehen haben. Beim Anbieter A soll eine solche Regress-Klage nur in den USA erfolgen dürfen, beim Anbieter B ist in jedem Fall die Haftung begrenzt auf eine maximale Summe X. Oder, noch besser: Das Vertragsverhältnis soll nach amerikanischem Recht abgewickelt wird.

Natürlich kann man über die Wirksamkeit solcher AGB-Klauseln lang und breit streiten. Im B2C-Bereich dürften die meisten Regelungen unwirksam sein, da sie den Verbraucher benachteiligen. Hingegen im B2B-Bereich, in dem wir uns bewegen, sind solche Regelungen nicht unüblich und nicht sofort auf den ersten Blick rechtswidrig.

 

2. Sind die einzelnen AGB-Passagen der  Fotostock-Anbieter hinreichend klar und eindeutig, so dass der Nutzer ausreichend abgesichert ist?

Die Antwort lautet relativ klar: Wir sind bei den meisten Anbietern meilenweit von einer klaren und eindeutigen Regelung entfernt.

Zunächst muss man sich vergegenwärtigen, dass nach dem zuvor Gesagten entscheidend ist, dass der Fotostock-Anbieter die Rechte erworben hat. Denn der Anbieter kann - wie erläutert - nur die Rechte an seine Kunden weiterreichen, die er selbst eingeräumt bekommen hat. D.h., der Vertrag zwischen Urheber und Fotostock-Anbieter muss zumindestens genau klar und eindeutig sein wie der spätere Vertrag zwischen Fotostock-Anbieter und seinem Kunden.

Dies ist schon die erste Hürde, an denen viele Fotostock-Anbieter scheitern. Die Rechteeinräumungen sind nicht selten unklar oder widersprüchlich. 

Selbst wenn diese Hürde genommen ist, offenbaren sich die Probleme dann bei den Regelungen zwischen Fotostock-Anbieter und seinem Kunden.

So definiert Fotolia zum Beispiel Social Media als

„Jede Webseite oder technologische Anwendung (Application), deren primärer Fokus auf der Ermöglichung sozialer Interaktion ihrer Nutzer liegt und die es ihren Nutzern erlaubt, im Zusammenhang mit sozialer Interaktion Inhalte zu generieren, zu teilen, auszutauschen und/oder zu bearbeiten“

Auf den ersten Blick eine eingängige Definition. Jeder wird an Facebook & Co. denken. Überlegt man aber einen Augenblick länger, dann würde diese Definition aber auch für „klassische“ Internet-Foren gelten, denn auch dort interagieren die User miteinander und tauschen sich aus.

Während ich bei Fotolia wenigstens eine annähernde Definition bekomme, was ich unter „Social Media“ verstehen muss, schweigen andere Anbieter (z.B. Shutterstock) sich gänzlich aus. Hier kann ich also nie sicher sein, ob tatsächlich alle bekannten Social Media-Plattformen erfasst sein sollen - oder ob Shutterstock nicht im nachhinein ankommt und meint, Plattform X falle zwar unter den Begriff, aber nicht Plattform Y.

 

 

Nun möchten wir gerne Eure Meinung zum Thema wissen: Nutzt Ihr Stockfotos? Wie beurteilt Ihr den Einsatz und die Verwendung? 

Hinterlasst einfach ein Kommentar, wir freuen uns!

 

 

Christoph Metz
Christoph Metz
Manager Marketing & PR

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